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Oder was genau passiert auf 50 Meter beim Presslufttauchen?



Tieftauchgänge mit Pressluft sind eigentlich kein Problem, solange alles nachPlan läuft. Was aber wenn nicht? Eine Druckkammerfahrt auf 50 Meter konfrontierteinen mit der ganzen Tragweitetiefer Tauchgänge mit Pressuft. Druckammerbediener Stephan Sikorsky klärt auf und wir empfehlen jedem Tieftauchfan ein Druckkammerseminar inklusive Kammerfahrt—zum Beispiel in der BTSV eigenen Kammer in Überlingen.



Gruppendynamik: Gute Laune beim Abtauchen, was sich schnell ändert, wenn man feststellt, dass man nicht mehr in der Lage ist,


Die gespannte Erwartung, wie ich mich auf 50 Meter Tiefe fühlen werde, und dann der erste Blick auf die Kammer, die Bediener, die Technik, mein lustig gelöster Zustand in der Tiefe – noch sehr gut kann ich mich an mein eigenes erstes Mal bei einem Druckkammerseminar erinnern. Inzwischen sind etliche Jahre vergangen und ich bin selbst Bediener an der BTSV-Druckkammer in Überlingen. Doch diese gespannte Erwartung finde ich auch jetzt bei den Teilnehmern der Seminare wieder. Zum Kennenlernen darf jeder über die persönliche (Tief-)Taucherfahrung berichten und ob er oder sie bereits einmal einen Tiefenrausch erlebt hat. Dies ergibt das ganze Spektrum vom entrüsteten „Natürlich nicht“ bis zum einsichtigen „Nicht nur einmal“. Doch schon die Frage, was denn der Tiefenrausch jetzt genau ist und welche Auswirkungen er hat, führt zu lebhaften Diskussionen, dann folgt die Praxis.


Man denkt man ist voll da…

Der Reiz eines Druckkammerseminars liegt ganz bestimmt darin, in einer sicheren und kontrollierten Umgebung sein eigenes Verhalten in einer Tiefe von bis zu 50 Meter zu erleben. Dazu kommt natürlich auch noch der angenehme Nebeneffekt, dass man nicht alleine in der Kammer sitzt sondern mit seinen Tauchkolleginnen auf der Tiefe auch noch reden und seine Erlebnisse mit allen teilen kann. Die durch den erhöhten Druck entstehende „Micky Maus“ Stimme führt schon zu einer sehr gelösten Stimmung.


… in Wirklichkeit ist man teils wegetreten

Doch dann gibt es einen recht einfachenAufgabenzettel, und es zeigt sich schnell, welche Art von Taucher man ist. Die einen schauen ihr Blatt nur kurz an und spielen dann wieder mit Neopren und Luftballons, die anderen versuchen ihn zu lösen und lassen sich immer wieder ablenken. Ein dritter Typus ist hoch konzentriert, merkt aber gar nicht wie die Zeit vergeht. Völlig spurlos geht die Tiefe aber selbst an erfahrenen Tieftauchern nicht vorüber. Sie gehen vielleicht anders mit den Symptomen der Stickstoffnarkose um, ähnlich wie „geübte“ Alkoholtrinker mit dem Alkoholrausch vermeintlich besser zurechtkommen. Aber in ungewohnten Situationen erleben alle ihre Einschränkungen. Jeder macht hier auf Basis seines Vorwissens neue Erfahrungen. Daher richten sich die Seminare an alle Taucher vom Anfänger bis zum erfahrenen Ausbilder. Und auch Zuschauer, die vielleicht aktuell nicht in die Kammer können, erleben direkt die Auswirkungen von Tiefe und Stickstoff und können wertvolle Augenzeugenberichte zum Erfahrungsbericht beisteuern. Außerdem besteht das Druckkammer-Seminar nicht nur aus dem Tauchgang, es gibt auch eine Auffrischung zum Dekompressionsverhalten des Körpers, zu Gasvergiftungen, zum Auftauchverhalten und natürlich auch zum Verhalten und zum Ablauf bei Tauchunfällen. Damit ist eine Druckkammer im Falle eines Unfalles dann auch keine ganz unbekannte Einrichtung mehr.


Infos zum Druckkammerseminar:

Wo: Überlingen am Bodensee
Wann: auf Anfrage siehe unten
Was: Semianr inklusive Druckkammerfahrt auf maximal 50 Meter inklusive „Erfahrungstest“ Wielange: ca. 3,5 Stunden (Seminar plus Kammerfahrt)
Wieviel: 270 Euro pro Kammerfahrt geteilt durch die Teilnehmer (=45 Euro pro Person)
Voraussetzungen: 18 Jahre, Tauchbrevet, gültige Tauchtauglichkeits-Untersuchung
Weitere Infos zum BTSV Druckkammer-Seminare und Buchungen über E-Mail: druckkammer@btsv.de






Unser Autor:
Stephan Siroky
BTSV Druckkammer Überlingen
Tauchlehrer im VDST und Druckkammerbediener der BTSV eigenen Druckkammer am Bodensee

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