GAS COCKTAIL

Gase Mischen ist gefährlich. Um Unfälle zu vermeiden bietet der VDST den Gas-Blender an


Save the Date: Sauerstoff-Symposium
Vom 16.- bis 17.11. veranstaltet die Expertengruppe DACH (VDST, TSVÖ, CMAS CH) ein O2-Symposium für Multiplikatoren in den jeweiligen Ländern. Als Referenten sind Experten der Industrie geladen. 
Ort: Hotel Krone, 88693 Roggenbeuren
Die Ausschreibung erfolgt auf der VDST Homepage: www.vdst.de


Vor einem Jahr berichteten wir über Unfälle mit Sauerstoff Boostern in VDST Vereinen. Ein VDST Mitglied wurde tödlich verletzt – ein anderes schwer. Der VDST Vorstand setzte eine Arbeitsgruppe ein, die sich mit möglichen Ursachen und Konsequenzen beschäftigte.  Eins war nach der Recherche schnell klar: Die Unfälle waren und sind keine Einzelfälle. VDST Taucher und -Ausbilder, aber auch Gaslieferanten berichteten uns anschließend von Unfällen im Umgang mit Sauerstoff, die oft gar nicht publik werden. Gleichwohl benötigen wir die Füllmöglichkeiten für technische Gase – auch für Sauerstoff und somit auch „Sauerstoff Booster“. Hier einige Tipps zur Anwendung und Unfallvermeidung.  „Booster“ werden verwendet, um beispielsweise Restgase (oft Sauerstoff oder Trimix) aus benutzten Tauchflaschen oder aus Speicherflaschen mit geringerem Druck erneut zu verdichten. Das Ziel ist, möglichst volle Tauchflaschen zu bekommen – zur Anwendung als Stageflaschen oder für Rebreather. Die meisten Booster werden mit Druckluft angetrieben. Je nach Füllgeschwindigkeit entstehen hier hohe Temperaturen im Hochdruckbereich des Boosters. Das Problem ist nun: Booster sind überall und für jeden käuflich zu erwerben und die Beschreibungen oder die Einweisungen der Hersteller lassen zum Teil zu wünschen übrig – auch gibt es große Qualitätsunterschiede in der Ausführung der Geräte und in der Materialauswahl. 


Gasblender Premiere
Die Arbeitsgruppe „Gasblender“ besteht aus Rainer Viehof, Helmut Bolz, Sebastian Klossek, Thorsten Lahr und Frank Ostheimer. Rainer und Helmut betreiben in ihrem Verein Xarifa Eitorf ein große Mischgasfüllanlage mit Booster. Die oben genannten Tipps haben sie schon umgesetzt. Hier findet auch der erste Pilotlehrgang zum VDST Gasblender ** statt. 
Rainer Viehof, VDST TL3 und 1. Vorsitzender: „Für uns ist es wichtig, unseren Mitgliedern alle Tauchgase anbieten zu können. Wir haben Rebreather- und Mischgastaucher, aber auch Taucher, die nur Luft als Atemgas nutzen. Die Booster-Unfälle machten uns nachdenklich – gleichwohl gibt es auch immer Lösungen. Wir haben das Glück, mit Helmut Bolz einen Vollbluttechniker im Verein zu haben, der die Umrüstungen nach rechtlicher Klärung schnell umsetzen konnte. Unser Booster läuft wieder!“


Der VDST arbeitet zurzeit an einer erweiterten Ausbildung zur Herstellung von Tauchgasen – an einem neuen Kurs „Gasblender **“, der im Sommer veröffentlicht wird. Der Kurs Gasblender ** richtet sich an alle, die diese Gase benötigen – zum Beispiel Rebreathertaucher – sowie Nitrox**-Taucher und Trimix-Taucher und deren Ausbilder.  
Schon jetzt können wir beim Betrieb von Sauerstoff Boostern einige Tipps geben können, die zum Teil in der Industrie schon längst Standard sind. Hier ein Auszug:
• Booster sollten so installiert werden, dass im Fehlerfall der Bediener nicht direkt geschädigt wird. Oft sind Booster genau in Kopfhöhe und genau dort verbaut, wo auch der Bediener steht. Optimal ist eine räum- liche Trennung oder mindestens ein mechanischer Schutz (siehe Bild).

Cocktail-Zutaten: Sauerstoff und Helium für die Booster-Mischung


• Not-Aus Funktion mit Absperrventil  – hierdurch wird im Fehlerfall die Sauerstoffzufuhr aus der Speicherflasche unterbrochen. Bei einer Zün- dung entstehen sehr hohe Tempera turen, die sogar Metall „brennen“ las sen – und zwar solange der Sauerstoff nachströmt. 
• Füllgeschwindigkeiten: Manche Booster erlauben es, verschiedene Füllgeschwindigkeiten einzustellen, da nicht nur Sauerstoff, sondern auch Trimix oder Argon erneut verdichtet werden kann. Für Sauerstoff allerdings muss extrem langsam gefüllt werden!
• Ölfreie „Antriebsluft“: Booster werden oft mit Druckluft betrieben. Hier ist auf ölfreie Luft zu achten, da der Antriebsteil des Verdichters nur durch Dichtungen vom Sauerstoffteil getrennt ist. Ölhaltige Antriebsluft ist eine erhebliche Gefahrenquelle. 
• Wartung: Viele Hersteller schreiben enge Wartungsfristen vor. Es gibt eine Reihe von Dichtungen, die verschleißen können und dann zu einer erheblichen Gefahr werden.

Unser Autor:
Frank Ostheimer
Stellv. Fachbereichsleiter Ausbildung

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