FROSCH BISS

NICHT ZUM REINBEIßEN, ABER EIN WICHTIGER LEBENSRAUM FÜR TIERE ÜBER UND UNTER WASSER


Der Froschbiss  (Hydrocharis morsus-ranae) wird vom Verband Deutscher Sporttaucher e.V. (VDST) gemeinsam mit dem Tauchsportverband Österreichs (TSVÖ) und dem Schweizer Unterwassersportverband (SUSV) zur Wasserpflanze des Jahres 2019 gekürt. Mit der Wahl der Seerose zur Wasserpflanze des Jahres 2019 möchten wir auf die Gefährdung des Flachwasserbereiches aufmerksam machen, der ein ganz wichtiger Lebensraum für Wassertiere und Wasserpflanzen ist.
Der Froschbiss ist eine Wasserpflanze mit rundlichen, tief herzförmigen Schwimmblättern. Er bevorzugt langsam fließende und stehende, warme und nährstoffreiche Gewässer bis ein Meter Wassertiefe. Die weißen Blüten mit gelbem Grund sind rundlich mit einem Durchmesser von circa 1,5 Zentimetern. Sie blühen meist von Juni bis August. In kälteren Gewässern wie in Finnland blüht Froschbiss manchmal gar nicht. Das ist auch nicht unbedingt notwendig, da die Samen nicht für eine Vermehrung der mehrjährigen Pflanze benötigt werden. Es bilden sich meist in der Wachstumszeit viele Ausläufer mit kleinen Grundrosetten, die sich dann von der Mutterpflanze lösen. Die schwimmenden Rosetten können sich so langsam ausbreiten. Im Herbst bilden sich dann Überwinterungsknospen. Wenn sich im Frühling und Frühsommer die Gewässer wieder erwärmen, steigen diese aus ihrem frostsicheren Winterquartier am Gewässergrund an die Oberfläche und können beispielsweise an Wasservögeln hängen bleiben. So findet eine Verbreitung auch über größere Strecken hinweg statt. Der botanische Name Hydrocharis morsus-ranae wurde künstlich gebildet aus den griechischen Wörtern für „Wasser“ sowie „Anmut und „Schönheit“.  Der Froschbiss wird zum ersten Mal bei den niederländischen Botanikern Lobelius und Dodonaeus in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erwähnt. Der Name Froschbiss ist natürlich nicht darauf zurückzuführen, dass Frösche in die Blätter beißen. Er bezieht sich vielmehr auf den Lebensraum der Schwimmblattpflanze im Uferbereich, der ebenfalls gerne von Fröschen besiedelt wird. Der „-biss“ erklärt sich mit den am Grund eingebuchteten Blätter, die wie „ausgebissen“ erscheinen. Auch die niederländischen, englischen oder norwegischen Namen bedeuten genau dasselbe wie Froschbiss im Deutschen. In Baden-Württemberg, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz ist der Froschbiss gefährdet. In Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen,  Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt ist er stark gefährdet und in Thüringen sogar vom Aussterben bedroht. Nur in Schleswig-Holstein gilt die Pflanze als nicht gefährdet. In Österreich kommt der Froschbiss in allen Bundesländern, außer Tirol und Vorarlberg vor, ist aber ebenfalls stark gefährdet. Nachdem er für Oberösterreich als verschollen geführt wurde, gab es 1998 einen Wiederfund bei Steyregg. Nur in Kärnten ist er ausgestorben bzw. verschollen. Da der Froschbiss aber gerne in Gartenteichen gehalten wird, können einzelne Funde auch auf eine beabsichtigte oder unbeabsichtigte Verwilderung zurückzuführen sein. In der Schweiz ist der Froschbiss im Kanton Thurgau und Waadt vollständig geschützt. Als Teichpflanze kam der Froschbiss 1938 erstmals in die Region von Ottawa in Kanada. Seither breitete er sich der invasive Neophyt in verschiedenen Regionen Kanadas aus. 1993 wurde er erstmals in dem US Bundesstaat Vermont entdeckt. Weitere Vorkommen gibt es zur Zeit in Maine, Michigan, New York, Ohio, Pennsylvania und Washington.


Wasserpflanze des Jahres
Von 2003 bis 2010 hat der Förderkreis Sporttauchen e.V. die Wasserpflanzen ausgewählt. Seit  2011 haben das die nationalen Tauchsportverbände von Deutschland (VDST), Österreich (TSVÖ) und der Schweiz (SUSV) als gemeinsame Aufgabe grenzüberschreitend übernommen.















Unser Autor:
Ralph Schill
VDST-Fachbereichsleiter Umwelt & Wissenschaft

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