BUCHVORSTELLUNG WRACKTAUCHEN

Tauchen an versunkenen Schiffen ist eine Faszination. Auch und erst recht für Ingo Oppelt: Taucher, genialer Wrackfinder und Experte für dieses Genre. In seinem neuen Buch stellt er 70 versunkene Objekte in einem der am stärksten befahrenen Seegebiete der Welt dar, unserer Ostsee. Von der Flensburger Bucht bis hin nach Rügen werden die Wracks vorgestellt. Mit GPS-Daten, mit ausführlichen Beschreibungen, mit Hunderten von eindrucksvollen Aufnahmen, an denen engagierte Fotografen mitgewirkt haben. Ein “Muss” für jeden Ostsee-Fan. 256 Seiten, erschienen im Verlag Wetnotes

Fünf Fragen an:
Ingo Oppelt

Autor von »Wracktauchen«

VDST-sporttaucher: Hey Ingo, ein Buch nur über Wracks, hat die Ostsee nichts Besseres zu bieten, oder wie bist Du darauf gekommen, ein Werk in dieser Größenordnung über dieses Thema zu schreiben?
Ingo Oppelt: „Oh doch, viele Taucher interessieren sich für Fische und Bewuchs, und die findet man konzentriert an den künstlichen Riffen. Insoweit spricht das Buch gleich zwei Interessengruppen an. “Richtig los ging es in den 90er-Jahren als Wrackguide auf Expeditions-Schiffen. Oft wurde ich auf (nicht vorhandene) Literatur in Sachen Ostsee-Wracks  angesprochen. Das war für mich die Motivation, 2007 ein kleines Buch über die bis dahin bekannten versunkenen Schiffe zu veröffentlichen. Dann kamen zahlreiche neue Funde hinzu. Kontakte zu guten Unterwasser-Fotografen, zu einem talentierten Wrackzeichner und auch zu zwei Historikern eröffneten ganz neue Möglichkeiten. In sehr erfolgreicher Zusammenarbeit konnte so dieses neue umfangreiche Buch entstehen.

sporttaucher: Wodurch ist Dein starkes Interesse für die Wracks gerade in der Ostsee ausgelöst worden?
Ingo: Gesunkene Schiffe waren für mich schon als kleiner Junge eine Faszination.. Für uns norddeutschen Taucher liegt die Ostsee ja vor der Haustür. Ein Meer mit angenehmen Tiefen zwischen fünf und maximal 30 Metern, in denen Hunderte kaum betauchte Wracks auf Entdeckung warten. Diese Schiffe sind nicht nur ein spannender Tauchplatz, sondern oft auch eine Reise in die Vergangenheit.

sporttaucher: Welche Voraussetzungen und Ausrüstungen braucht es, um Wracks zu finden und erfolgreich betauchen zu können?
Ingo: Grundvoraussetzungen sind ein für den sicheren Tauchbetrieb ausgerüstetes Boot und ein in der Wracktaucherei sehr erfahrener Bootsführer. Unerlässlich sind  Navigations- und Sonargeräte. Und letztlich muss auch die Wettervorhersage richtig eingeschätzt werden, um sich auf ein geeignetes Seegebiet mit seinen Tauchplätzen festzulegen. Die Tauchausrüstungen sollten den Tiefen und der Jahreszeit angepasst sein. Zum Betauchen der Flachwasserwracks genügt vielen Tauchern im Sommer eine einfache Ausrüstung mit Nasstauchanzug.

sporttaucher:  Wenn nun jemand Interesse hat, erstmals in der Ostsee einen Wracktauchgang auszuprobieren, was rätst Du ihm, wie er da rangehen sollte?
Ingo: In jedem Falle würde ich mich an eine Tauchbasis wenden, die bereits viel Erfahrung mit solchen Ausfahrten hat, die solche Wracks sicher findet und die Abtauchleine direkt neben dem Wrack platziert. Außerdem sollte man mit einfachen Objekten anfangen, die nicht tiefer als etwa 14 Meter liegen und sich nicht in Seegebieten mit Strömung befinden. Dafür würde sich z. B. das Puttgardenriff mit seinem festen, hellen Sandboden und dem bunten, maritimen Leben an den Wracks anbieten.

sporttaucher: Was sind Deine nächsten Ziele, wo jetzt Dein Buch fertiggestellt ist?
Ingo: Zwischen 2015 und 2019 habe ich einige unbekannte Wracks gefunden. Es gibt offensichtlich doch noch so einiges Unentdecktes. Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, in einigen Seegebieten noch mal ein paar Quadratkilometer abzusuchen, vielleicht findet das blinde Huhn ja noch weitere Körner. Ansonsten sind für dieses Jahr drei größere Expeditionen in Vorbereitung.


Dieses Interview führte Erhard Schulz


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