TAUCHEN ZUR SICHERHEIT

Genauso wichtig wie eine  gute Ausbildung ist eine fortwährende Tauchpraxis und das Beherrschen der eigenen Ausrüstung wie der des Tauchpartners.


Es reicht nicht, nur eine gute Ausbildung zu absolvieren und je nach Alter bei seinem Arzt eine gültige TTU zu bekommen. Beim Tauchen ist es wie bei der Arbeit oder in der Schule: Nur mit immer wiederkehrenden Übungen wird man sicher und kann in Notsituationen richtig reagieren.  Nehmen wir beispielsweise einen Berufstaucher, dieser muss jedes Jahr zehn Tauchgänge von mindestens 20 Minuten unter Einsatzbedingungen absolvieren. Wir sind keine Berufstaucher, sondern tauchen zum Hobby, trotzdem ist es hilfreich, wenn wir Notfall-Situationen immer wieder üben. In der Ausbildung von einem Stern bis zum vier Sterne Taucher werden verschiedene Dinge erlernt, die man braucht. Während einige von Euch das Tauchen auf Urlaubsorte wie etwa Ägypten, Thailand oder Gozo beschränken, sind es gerade diese teilweise perfekten Tauchbedingungen die einen auch in den heimischen Gewässern das Gefühl von Sicherheit und Erfahrung geben sollen.Ich habe schon einige Tauchunfälle als Sachverständiger rekonstruiert und habe feststellen müssen, dass einige dabei waren, die durch mehr Tauchgänge in unseren Kaltwasserseen hätten vermieden werden können. Nur mit regelmäßigen Übungen und Fortbildungen können wir Tauchunfällen vorbeugen. Auch Ausbilder sollten an regelmäßigen Fortbildungen und Erfahrungsaustausches teilnehmen, um ein fachlich guter Ausbilder zu sein. Die Frage, die sich jeder selbst stellen muss, ist „Mache ich genug, um einen guten und sicheren Taucher oder Buddy zu sein?“ 


Tauchen, Tauchen und nochmals Tauchen, frei nach dem Motto: Ein Taucher, der nicht taucht, taugt nichts. 


Strafrechtliche Konsequenzen
Neben den strafrechtlichen Konsequenzen haben Tauchunfälle – egal, ob tödlich oder nicht – in den meisten Fällen auch zivilrechtliche Folgen. Nach einem Tauchunfall – egal, ob nur bei eingetretenen Gesundheitsschäden oder gar beim Tod eines Tauchers – sieht sich der Buddy oder weitere Beteiligte unter Umständen Schadensersatzansprüchen gegenüber. Wollen die Geschädigte oder dessen Hinterbliebene Schadensersatzansprüche erheben und die Anspruchsgrundlage ist durch einen Juristen geklärt, so kommt ein vermeintlich schöner Tauchausflug zu zivilrechtlichen Folgen. Innerhalb des Buddy-Teams kommen vor allem Ansprüche aus unerlaubter Handlung gemäß Paragraf 823-BGB in Betracht. Also Leute: denkt bitte immer daran, was ihr in der Ausbildung gelernt habt.

Buddycheck
Ich behaupte mal, dass fast jeder zweite schon mal den Ausrüstungscheck vor dem Tauchgang, nur teilweise oder gar nicht mehr durchgeführt hat. Einige Buddys konnten noch nicht mal die Ausrüstung von dem verunfallten Taucher bedienen, auch wenn wir mit unserem Buddy mehr Zeit verbringen als womöglich mit der eigenen Familie. Letztendlich sind es oft die Kleinigkeiten wie der Buddy-Check und das sichere Handling der eigenen wie der Ausrüstung des Buddys, die für mehr Sicherheit sorgen 

Fazit: Die Ausbildungsorganisationen haben mit den Sicherheitsstandards den Sport risikoärmer gemacht. Wer dann noch regelmäßig Tauchgänge mit verschiedenen Buddys, an verschiedenen Örtlichkeiten absolviert lernt Neues dazu und wird routinierter mit seiner Ausrüstung. Im Notfall das Richtige zu tun kann im Ernstfall Leben retten und beugt damit auch strafrechtlichen und zivilrechtlichen Konsequenzen vor.


Unser Autor:
Ing. Oliver Maubach
TL 2  im  TSG Porz 1962 


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