ZEIT GESCHICHTEN

1936 fertigte die Florenzer Firma Panerai die ersten wasserdichten Uhren für Kampfschwimmer


Schon ein Jahr zuvor hatte die italienischen Marine Panerai beauftragt, einen wasserdichten Einsatzzeitmnesser für seine Taucher zu entwickeln – auch weil Panerai schon 1916 die fluoreszierende Substanz Radiomir entwickelt hatte, für die Nachtsicht-Zieleinrichtungen an Waffen und weil Panerai für die Marine bereits Kompasse, Tiefenmesser und Taucherlampen herstellte. Als Uhr innerhalb der wasserdichten Radiomir Gehäuse wurde ein zugekauftes Schweizer Handaufzugswerk von Angelus ausgewählt, welches Panerai in ihr bis  heute beibehaltenes 47 Millimeter großes, kissenförmiges Stahlgehäuse mit damals noch angeschweißten Drahtschlaufen für die Armbandbefestigung einsetzte. 1938 begann die Serienfertigung der Radiomir, die 1940 durch ein verbessertes Modell abgelöst wurde: Wegen der extremen Einsatzbedingungen der Kampfschwimmereinheit Gamma und deren Torpedoreiter, der 2-Mann-Besatzungen der Kleintorpedos SLC, fräste Panerai sein Gehäuse mitsamt der Anstoßschlaufen aus einem Stahlblock. 1949 entwickelte Panerai die selbstleuchtende Masse Luminor, welche die alte radioaktive Leuchtsubstanz Radiomir ersetzte. Diese neuen Uhrenmodelle hießen folgerichtig Luminor. 1956 fertigte Panerai dann die Uhr L´Egiziano für die ägyptische Marine mit einem Gehäusedurchmesser von 60 Millimeter und einer Einsatztiefe von 200 Meter und erstmals einer einseitig drehbaren Lünette, welche 1953 vom Schweizer Hersteller Blancpain patentiert wurde. Als erste Taucheruhr von Panerai verfügte die L’Egaziano über die Panerai-spezifische halbmondförmige Kronenschutzbrücke, bei der ein Hebel die Krone gegen das Gehäuse drückt und so Wasserdichtheit und die Widerstandsfähigkeit der Uhr garantiert. Erst seit 1993 stellt Panerai Uhren für den zivilen Bereich vor, die zu dieser Zeit mit dem spezifizierten ETA Valjoux 7750 Chronomètre Präzisions-Automatikuhrwerk ausgestattet waren, welches auch andere Marken, wie TAG Heuer, IWC und Breitling verwenden. 1997 übernahm der Luxusgüterkonzern Richemond Panerai. 1998 erschien die erste zivile 300-Meter-Taucheruhr PAM00024 unter dem Namen Luminor Submersible, den jetzt alle Taucheruhren der Marke – egal, ob aus Edelstahl, Titan, Bronze oder Composit – tragen. 2002 wurde eine neue Manufaktur in Neuchâtel eröffnet, sodass Panerai das Signum Swiss Made tragen darf. Alle Taucheruhren mit Ausnahme der PAM00024 besitzen das Panerai-eigene Automatikuhrwerk P.9100. Panerai fertigt auch Sondereditionen und hat in diesem Zusammenhang bereits Uhren bis 2500 Meter Tauchtiefe hergestellt.

Unser Autor:
Dipl. Ing. Jürgen Ritzschke
SSC Karlsruhe, Paneristi und Tauchtechniker aus Leidenschaft





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