INTERDIVE VS BOOT

Im Januar 2020 gab es zwei Tauchmessen, die boot in Düsseldorf und die InterDive in Frankfurt. 


Am Sonntag, den 19. Januar ging die 1. Tauch- und Reisemesse InterDive in Frankfurt zu Ende. Dem Ruf der neuen Tauchermesse folgten zahlreiche renommierte Firmen aus der Tauch- und Reisebranche in die Mainmetropole und so waren mehr als 160 Aussteller aus der ganzen Welt in Frankfurt präsent, darunter verschiedene Meeresschutzorganisationen. An den fünf Messetagen kamen insgesamt etwas mehr als 10.000 Taucher und Schnorchler auf die Messe. Neben zahlreichen Besuchern aus dem Rhein-Main-Gebiet, waren Gäste aus verschiedenen Teilen Deutschlands sowie aus Österreich, der Schweiz und der Niederlanden zur InterDive angereist. Hier konnte die Messe mit ihrer zentralen Lage und der optimalen Verkehrsanbindung zum Hauptbahnhof und dem Flughafen punkten. Die familiäre Atmosphäre in der Messehalle wurde von den Besuchern besonders begrüßt. Die Halle 11.1 war ausschließlich auf den Tauchsport ausgerichtet und bot somit perfekte Bedingungen für die tauchbegeisterten Gäste. Beim InterDive Vereinswettbewerb haben insgesamt 17 Vereine mitgemacht: Alle Tauchclubs und Vereine, die gemeinsam im Vereinsoutfit auf der Messe erschienen sind und sich am VDST-Stand registriert haben, konnten teilnehmen. Platz 1 ging mit 31 Teilnehmern an den HLTC Nidderau (Foto rechts). Der erste Platz kann sich auf den Hauptgewinn von 2000 Euro freuen. Die zweit- (TSG Klingenmünster) und drittplatzierten (TSV Frankfurt-Bornheim) über jeweils 500 Euro.

Deutlich besser als auf der boot: das Interesse der Besucher am Tauchen. Alle Vorträge waren sehr gut besucht, im Gegensatz zur boot, wo die Sitzplätze meist nur für Pausensnacks genutzt werden.

Die nächste Intensive ist vom 24.-27. September am Bodensee


Überall in Halle 11 (unter anderem am Seacam-Stand) und Halle 12 (unter anderem am Tauchturm, beim VDST und am Philip­pinen-Stand) war der französische
Meeresforscher präsent – und dann natürlich auf seiner über 70 Quadratmeter großen Austellungsfläche zum Thema 700 Sharks sowie in Interviews und Vorträgen auf der Bühne der Pixel World wie auch der akustisch damit  konkurrierenden Bühne von Behind the Mask – und last but not least, auf dem Cover des divemaster #102 (siehe rechts). Zeit wurde es, dass die boot auch international renommierten Tauchern eine Plattform bietet – nicht nur via Internet ­(Dr. Alex Mustard) bei Behind the Mask sondern live in der Halle. Weitere internationale Fotografen wie Imran Ahmad, Kurt Amsler, Phil Simha und Amos Nachoum gaben sich am Stand des VDST und am Seacam Stand ein Stelldichein und präsentierten dort ihre interessanten Vorträge.

Der Star der diesjährigen boot kam aus Frankreich und hieß nicht Cousteau sondern Ballesta. Der außergewöhnliche UW-Fotograf und engagierte Meeresforscher stellte seine Expedition ”700 Sharks“ vor und gab am divemaster Stand ein Interview zu seinen Mittelmeer Expeditionen– siehe VDST-sporttaucher 5/19 und divemaster #102.

Die nächste boot ist vom 23-31. Januar 2021


Interessante Neuheiten gab es sowohl auf der Interdive wie der boot – vor allem in Sachen UW-Fotografie. Herbert Frei hat einige Highlights zusammengetragen: 

Zwei außergewöhnliche UW-Optiken gab es am Stand von Nauticam (links) und Seacam (rechts) zu sehen. In beiden Fällen handelt es sich um eine Kombination aus Objektiv und Domeport, angepasst für die UW-Fotografie. Bei Seacam als Umbau der legendären Nikonos RS Optiken. Dafür passt das Nauticam an alle Kamerabajonette.

Aber auch an die Kompaktfotografen wurde gedacht. Links das Ikelite Gehäuse für die Olympus TG-6 mit großem Domeport für Superweitwinkel und Halb und Halbfotografie. Rechts der praktische Ringblitz von seafrogs für viele Kompaktgehäuse

Fünf Fragen an:

Walter Harscher
Veranstalter Interdive

VDST-sporttaucher: Die erste InterDive in Frankfurt ist Geschichte. Im Vorfeld gab es viele Diskussionen in der Branche über die neue Messe und das Für und Wider. Ist die InterDive Frankfurt eine Ego-Nummer von Walter Harscher?
Walter Harscher: Ein klares Nein! Schon lange besteht die Nachfrage nach einer reinen Tauchmesse mit moderater Messedauer und fairen Preisen für Aussteller und Besucher. Die Taucher wollen nicht als Beiwerk einer anderen Messe angesehen werden, denn die Tauchbranche ist eine eigene, lang etablierte Szene. Deshalb haben wir uns entschlossen, eine 2. InterDive in Frankfurt anzubieten. Und der Erfolg der ersten InterDive Frankfurt gibt uns Recht. Unsere Aussteller – egal ob Reiseanbieter, Ländervertretung oder Equipment-Verkäufer – waren restlos begeistert von der Premiere. Für 2021 liegen uns bereits die ersten Anmeldungen vor. Auch das Feedback der Besucher war äußerst positiv: eine Messe mit Ambiente, zum Genießen und für gute Gespräche.

sporttaucher: Warum gab es am ersten Wochenende eine Überschneidung mit der boot? War das beabsichtigt?
Walter: Mitte Januar – nach dem Weihnachts- und Neujahrsansturm – haben viele Tauchcenter eher Zeit für eine Messe. Gleichzeitig finden vor und nach dem Frankfurt-Termin andere internationale Messen statt, beispielsweise die Tauchmesse in Paris oder der Messe in Holland, welche direkt Anfang Februar ist. Mit der InterDive Frankfurt möchten wir für die Zukunft eine neue Leitmesse für die weltweite Tauchszene schaffen. Deshalb war Mitte Januar der perfekte Termin für nationale und internationale Aussteller und gleichzeitig für tauchbegeisterte Messebesucher. 

sporttaucher: Was hat Dich am meisten beeindruckt?
Walter: Unsere Messebesucher. Es war ein großartiges, interessiertes Publikum in Frankfurt. Die Leute haben sich sehr viel Zeit genommen, waren sehr freundlich und mit ganzem Herzen dabei. Das hat uns komplett begeistert und wir freuen uns schon auf das kommende Jahr in Frankfurt!

sporttaucher: Deine Wünsche für 2021?
Walter: Kurz und bündig: Noch mehr Besucher und mehr Auswahl für die Besucher. Aber da die Messe so erfolgreich gelaufen ist, werden sich 2021 viele Aussteller entscheiden, zur InterDive nach Frankfurt zu kommen. So gibt es dann sicherlich ein breiteres Angebot an Equipment, Unterwasser-Kameras und Fremdenverkehrsämtern.

sporttaucher: Neben der Messeorganisation bist Du in verschiedenen Ecken und Enden der Welt unterwegs, sowohl auf Euren Extra Divers Basen als auch auf der Suche nach neuen Projekten? Gibt es etwas Neues bei den Extra Divers?
Walter: Wir sind ständig auf der Suche nach neuen, einmaligen Zielen für unsere Taucher. So haben wir es Anfang des Jahres nach langen Verhandlungen mit der omanischen Regierung geschafft, dass unser Safarischiff Oman Explorer exklusiv das berühmte Wrack der City of Winchester anfahren darf. Zurzeit sind zwei spannende Projekte in Planung, eines davon in Labuha, Indonesien. Hier werde ich aber noch nicht zu viel verraten – es werden aber sicherlich echte Highlights für unsere Gäste.

Das Interview mit Walter Harscher hat Dietmar Fuchs geführt


Fünf Fragen an:

Rolf Richter
Präsident Hessischer Tauchsportverband e.V.

VDST-sporttaucher: Warum habt Ihr Euch nach 15 Jahren auf der boot entschieden, auch an der neuen Tauchmesse InterDive in Frankfurt teilzunehmen?
Rolf Richter: Weil die Tendenz klar zu Regionalmessen geht, die sich auf eine Zielgruppe – den Taucher – ausrichten. Gleichzeitig hat Frankfurt mit seiner Lage im Herzen Deutschlands ein riesiges Einzugsgebiet, für uns war das eine top Ausgangsposition. Wir bedanken uns für die herzliche und professionelle Betreuung des InterDive Teams. Wir kommen nächstes Jahr wieder nach Ffm!

sporttaucher: Was waren Eure Erwartungen an die neue Messe?
Rolf: Da es der erste Auftritt in Frankfurt war, sind wir mit gemischten Erwartungen in die Messe gestartet und waren bereits nach den ersten Tagen restlos begeistert. Gleich drei unserer Landesverbände (Hessen, Saarland und Rheinland-Pfalz) sind mit wechselnden und hochmotivierten Personen am VDST-Stand vertreten gewesen und haben den interessierten Besuchern zahlreiche Fragen, unter anderem zu Ausbildung, Cross-over und Versicherungen, beantwortet. 

sporttaucher: Eure größte Enttäuschung der Messe?
Rolf: Mehr Equipment-Verkäufer wären sicherlich schöner gewesen. Insbesondere die großen Frankfurter Tauchcenter haben gefehlt. Aufgrund der positiven Resonanz der Messe sieht es aber nächstes Jahr sicherlich ganz anders aus.

sporttaucher:  Euer Messehighlight?
Rolf: Die große Begeisterung aller Beteiligten – sowohl unter den Ausstellern als auch den Besuchern. Eine Messe mit Wohlfühlcharakter. Auch das toll organisierte und professionelle Bühnenprogramm möchte ich hier nicht unerwähnt lassen. Unsere VDST-Vorträge „Tauchen im VDST – mehr als nur ein Sport!“ waren außerordentlich gut besucht und haben viele Zuschauer begeistert.

sporttaucher: Zum Schluss noch eine allgemeine Frage: Oftmals hört man, den Tauchern fehlt es an Nachwuchs. Wie fördert Ihr die jugendlichen Taucher?
Rolf: Bei uns hat die Jugendausbildung und Nachwuchsförderung einen sehr hohen Stellenwert. Ein großes Problem, aber sicherlich einer der wichtigen Punkte für die Ausbildung der Jugend, sind die Schwimmbäder, welche in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen müssen. In der Innenstadt Frankfurt ist das sicherlich gegeben, in kleineren Regionen sieht es da aber oftmals weniger gut aus. Hier machen wir uns in Zusammenarbeit mit dem DLRG und dem Hessischen Schwimm-Verband (HSV e.V.) stark. Weiterhin bieten wir unter anderem Gruppenfahrten für unsere jugendlichen Mitglieder an, wie einwöchige Bergsee- und Mittelmeerfahrten. Das stärkt den Teamgeist und begeistert alle.

Das Interview mit Rolf Richter hat Monika Richter geführt

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