SCHATZSUCHER

Teil 8




Fotografen sind immer auf Schatzsuche.Herbert Frei verrät, wie man seinen ganz persönlichen Fotoschatz am besten birgt.

Versunkene Schiffe üben eine geradezu magische Anziehungskraft aus. Dieser Faszination kann sich kaum jemand entziehen. Wie aber setzt man Wracks fotografisch gekonnt in Szene?

Wracks sind in der Regel große und mächtige Schiffe. Fast immer zu groß für den bescheidenen Bildwinkel eines Kompaktkamera- Zooms. Daraus folgt, dass an einer Kompaktkamera ein Weitwinkel-Konverter mit mindestens 100 Grad-Bildwinkel montiert sein sollte. UW-Fotografen mit Systemkameras investieren in ein extremes Superweitwinkel Objektiv oder in eine Fisheye-Optik. Insgesamt bleibt die Fotografie von großen Wracks eine Angelegenheitn homöopathischen Dosen. Denn weiter als die Sichtweite kann man nicht fotografieren. Deshalb muss man sich von dem Gedanken frei machen, ein großes Wrack in voller Länge abbilden zu können. Viele beeindruckende Wrackaufnahmen zeigen deshalb zwangsläufig nur Wrackausschnitte, Wrackteile, den Bug oder die Schraube

Stark bewachsene Wracks bieten sich im Vordergrund für den Blitzlichteinsatz an. Angewachsene Korallen oder Schwämme als farbige Eyecatcher ablichten – das bringt’s! Das funktioniert auch, wenn die Sicht
bescheiden ist.



 

MERKSÄTZE:

1. Wracks sind unbeweglich, lange Verschlusszeiten damit akzeptabel

2. Das Größenverhältnis Wrack zu Taucher ist ein Hingucker.

3. Sklaven-und Kabelblitzgeräte setzen eindrucksvolle Akzente

4. ISO 400 oder bei entsprechender Kamera auch mehr, ist für tiefliegende Wracks immer eine Option.

5. Wracks sind eine beliebte Anlaufstellen für jedwede Wasserbewohner

Die Totale nimmt man leicht von oben her aufs Korn, blitzt aber nicht. Die Transparenz sollte dann 20 bis 30 Meter betragen. Experten verwenden in diesem Fall meistens einen UW-Filter – entweder elektronisch zuschaltbar oder als Filterplättchen an der Hinterlinse des Objektivs. Das vermeidet Schwebeteilchen-Reflexionen, die sonst durch Blitzlicht kaum vermeidbar sind. Hingucker sind auch Bilder von innen nach außen. Beispielsweise, wenn die Partnerin durch ein Bullauge hineinschaut oder in gemäßigter Entfernung vor dem Wrack schwebt.
Viele Wracks wirken in s/w oft besonders gut . In Graustufenbildern kann man den Kontrast ohne negative Einflüsse verstärken. Auch hohe ISO-Zahlen machen sich in s/w besser als in Farbe. Das gilt insbesondere für tief liegende Wracks. Im Prinzip kann man jedes versunkene Transportfahrzeug als Wrack bezeichnen. Also auch Fahrräder (in Seen), Motorräder (Thistlegorm), Autos (Toyota-Wrack), Panzer (Jordanien) und auch Flugzeuge (Truck Lagoon). Deshalb muss man sich nicht auf das Ablichten von Schiffen versteifen. Auch in unzähligen heimischen Gewässern liegen Wracks unterschiedlicher Art. Wer das ausprobieren will ist in meinem Seminar am Werbelin See herzlich willkommen!




Unser Autor:
Herbert Frei

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.