BURNTEST

Eine Tauchlampe ist nur so gut wie ihr Akku. Grund genug, diesen pfleglich zu behandeln und regelmäßig zu prüfen.


Ausrüstungstipps
* Behaltet die tatsächliche Leistungsfähigkeit eurer Akkus im Blick.
* Plant immer eine großzügige Lichtreserve ein; je tiefer die Entladung desto höher ist der Akkuverschleiß.
* Lagert die Akkus (Lithium-Ionen oder NiMH) am besten teilgeladen (40% bis 80%).
* Nehmt bei anspruchsvollen Tauchgängen Ersatzlampen mit!


In unseren heimischen Gewässern gehört eine Tauchlampe oft schon tagsüber zur Grundausrüstung. Nachts oder gar in abgeschlossenen Umgebungen wie Wracks oder Kavernen ist ein sicheres Tauchen ohne sie schlicht unmöglich, sodass auch der Lichtvorrat sorgfältig geplant werden sollte. Die „Drittelregelung für Luft und Licht“ ist eine häufige Empfehlung. Die Frage ist also, wie lange eine Tauchlampe mit einem frisch geladenen Akku leuchtet.
 Tipps für Taucher
Eine sehr schöne Anleitung für einen solchen „Burntest“ habe ich bei 
tipps-fuer-taucher.de gefunden. Die Vorgehensweise ist simpel: Man lege den eingeschalteten Lampenkopf in einen Wassereimer und messe an der Steckverbindung zum Akkutank die Spannung. Deren zeitlicher Verlauf wird protokolliert, bis die empfohlene Entladeschlussspannung des Akkus erreicht ist. Diese Zeit ist die gesuchte Brenndauer für diese spezielle Akku-Lampen-Kombination. Leider ist das Verfahren für Sporttaucher oft schwer umsetzbar, denn bei den gängigen Handlampen ist die Akkuspannung nicht ohne Weiteres zugänglich. Die Messkabel müssten ins Lampeninnere geführt werden, ohne dass Wasser eindringt, denn von einem Betrieb auf dem Trockenen raten viele Anleitungen ab. Eine Variante wäre, die Entladefunktion eines Ladegerätes für die Spannungsmessung zu benutzen. Dazu wird die Lampe zum Beispiel alle fünf Minuten Brenndauer aus dem Wasser genommen und der Akku einige Sekunden mit dem Ladegerät entladen, während die Spannung gemessen wird. Auf diese Weise wird die Zelle zumindest einer Teillast ausgesetzt. 
Ein solcher Versuch ist im Diagramm gezeigt, zusammen mit einer weiteren Messreihe zur Beleuchtungsstärke. Innerhalb einer Stunde sinkt die Lichtausbeute etwa auf die Hälfte. Nach der 70. Minute ist die Entladeschlussspannung erreicht und die Helligkeit auf ein Viertel des Ursprungswertes gesunken. Plant man den Lichtvorrat nach der Drittelregel, so stünden je 23 Minuten für Hin- und Rückweg zur Verfügung bei einer Reserve von nominell 24 Minuten. Ab dann geht der Akku für das letzte Schimmern auf dem Zahnfleisch. Im Hinblick auf eine lange Lebensdauer sollten wir solche Tiefentladungen unbedingt vermeiden. 
Apropos Akkuleben: Es sei betont, dass so ein Test nur eine Momentaufnahme darstellt. Die Kennzahlen eines Akkus verschlechtern sich durch Alterung und Ladezyklen. Blindes Vertrauen in möglicherweise veraltete Werte ist daher fehl am Platz. Um den gegenwärtigen Zustand des Akkus im Blick zu behalten, kann man zum Beispiel einige Minuten Burntest im Anschluss an einen Tauchgang durchführen. Mit der Tauchzeit steht die bereits verbrauchte Brenndauer vielleicht sogar schon im Logbuch. Wieder daheim werden die Werte für die nächsten 15 Minuten Brenndauer ermittelt. Daraus ergibt sich, welche Lichtreserve tatsächlich zur Verfügung stand.
Fazit: Akkus sind Verschleißteile! Regelmäßige Tests können helfen, um schädliche Tiefentladungen oder böse Überraschungen unter Wasser zu vermeiden. Tipp der Redaktion: Nachmachen!


Unser Autor:
Christoph Meinhardt
CMAS **
Aachener Tauchclub e.V.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.