DIE QUADRATUR

Quadratische Bilder sind in den Köpfen der UW-Fotografen nur in homöopathischen Dosen präsent. Dabei hat das quadratische Bild gegenüber den Rechteck-Formaten unbestreitbare Vorteile. Diese werden allerding nur selten bei der Bildgestaltung genutzt.



Tipps Quadratur:
– Rechteckbilder üben normalerweise aufgrund ihrer Seitenverhältnisse eine beruhigende und dämpfende Wirkung aus. Der Mensch sieht quer. 
– Hochformatige Bilder wirken eher dynamischer, unruhiger und aufgeregter. 
– Vom quadratischen Bild sagt man, dass es konsistenter, also in seiner Wirkung beständiger und stabiler sei.  
Bewegliche mit AF-C bzw. Servo AF.
– Fische und andere Lebewesen haben im Quadrat eine prägnante Darstellung 
– Muster und Grafiken kommen im Quadrat besser zur Geltung, weil eine Symmetrie vorliegt bzw. diese besser dargestellt werden kann. 
– Wenn das quadratische Sehen beherrscht wird, sind auch UW-Landschaften in diesem Format geeignet
– Quadratische Bilder finden sich in allen Magazinen, weil sie für Grafik und Layout oft unverzichtbar sind.


Das quadratische Bild hat seine Ursprünge in der analogen Fotografie, wo zuerst Rollfilme im Mittelformat (6 cm x 6 cm) damit versehen wurden. Unter Wasser gaben diese Kameras bis Mitte der 70er Jahre den Ton an. Die berühmteste war die Rolleimarin. Es gab aber auch kleinere Filmformate, z. B. 24 x 24 mm, allerdings mit mäßigem Erfolg.  Mit dem Aufkommen der Digital-Fotografie wurde das Rechteckformat 24 x 36 mm zum Standard. Und das, obwohl in den Digicams das Vorwählen unterschiedlicher Formate schon in den Anfängen möglich war. Neben den Standards 2:3 (Kleinbild), 3:4 (MFT) und 16:9 (TV-Format) tauchte auch das Format 1:1 auf, sozusagen das quadratische Bild. Es wird aber bis dato so gut wie nie vorgewählt. Denn dann wäre man gezwungen quadratisch zu gestalten, wenn Motive anpeilt werden. Das fällt den meisten schwer. Zumal beim quadratischen Bild das Drehen der Kamera vom Querformat auf das Hochformat entfällt. 

In Bildbearbeitungsprogrammen kann das quadratische Bild mit einem Click aus beliebigen Bildformaten herausgeschnitten werden. Das ist bequem, weil man sich nicht schon während des Tauchgangs entscheiden muss, welchem Bildformat man seine Präferenz gibt. Denn nicht jedes Rechteckmotiv eignet sich für den quadratischen Bildausschnitt. Wenn bildwichtige Teile weggeschnitten werden, macht das Beschneiden auf das Quadrat keinen Sinn. So ist das TV-Format (16:9) für einen quadratischen Bildausschnitt nur selten bis gar nicht geeignet. Zu beachten ist, dass das Beschneiden ins Quadrat 33% Auflösung, kostet. Bei den heute vorhandenen Megapixeln auf den Bildsensoren ist dieses Problem aber keines mehr. Der quadratische Bildausschnitt eines 2:3 Bildes lässt die Pixel ergo um ein Drittel schrumpfen. Aus dreißig Megapixel werden 20 Megapixel. Das ist auflösungsmäßig marginal. Noch günstiger im Sinne einer quadratischen Beschneidung verhalten sich MFT-Bildsensoren (3:4) wie sie von Olympus bzw. Panasonic verwendet werden. Hier verliert das Bild nur ein Viertel seiner Pixel. Von 20 Megapixel verbleiben 15 Bildpunkte.  Beruhigend ist, dass man die schrumpfenden Auflösungen rechnerisch mit bestimmten Programmen bis zum Vierfachen ohne sichtbare Einschränkung der Bildqualität wieder anheben kann. 

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