HELI-DIVING

Die Drohne als Hilfsmittel zum Wracktauchen

 

Warum setzen so viele (alle?) erfolgreichen UW-Fotografen mittlerweile Drohnen ein?

Wir wollten es wissen und hatten eine Drohne auf unserer Wrackexkursion an die Großen Seen dabei.

 

Die meisten von uns haben einem Drohnenpiloten schon einmal über die Schulter geschaut. Und ja, es istso einfach wie es aussieht. Bei der von mirausgeliehenen „Magic Pro“ (vielen Dank dafür an DJI) genügt ein Knopfdruck und die Drohne hebt ab und verharrt in zirka 80 Zentimeter Höhe. Danach kann man mit dem linken Steuerhebel Höhe und Ausrichtung kontrollieren und mit dem rechten die Flugrichtung. Was die Kamera dabei aufnimmt sieht man „live“ im iPhone, das praktischerweise in den Controller eingeklinkt wird. Als Anfänger braucht man etwas, bis man die eingebaute und kardanisch aufgehängte Kamera so positioniert hat wie man es sich vorstellt, aber niemand hetzt einen und die Drone hängt immer sicher und ruhig in der Luft. Für Filmaufnahmen mit bewegter Kamerabraucht man etwas mehr Zeit und Übung. Wir wollten mit der Drohne im Internet ausfindig gemachte „Schnorchelwracks“ vom Ufer aus finden. Das ist kein Problem, wenn Wetter (Regen, Wind und Wellen) mitspielen. Toll sind natürlich auch Fotos, die Taucher von oben am Wrack oder inmitten von Walen zeigen. Diesbezüglich lohnt ein Blick auf die Arbeit des DJI-Piloten Eric Cheng. Auch der deutsche Filmer und Unterwasser-Fotograf Florian Fischer arbeitet mit einer DJI Drohne. Er und Robert Wilpernig (siehe Interview) haben uns erst auf die Idee mit diesem „Kurztest“ gebracht. Und, was soll ich sagen, es war so einfach und hat so viel Spaß gemacht, dass ich mir jetzt auch eine Drohne kaufen muss.

 

Die Drone ersetzt Google und kann zum Aufspüren von Wracks genutzt werden. Leider hat bei uns das Wetter nicht mitgespielt und Google Maps war gefordert.


Weitere Infos zur Mavic Pro findet man bei DJI (inklusive toller Lehrfilme!).

Aber auch im Tauchen 7/17, Autor: Florian Fischer. Schaut den Jungs mit Hilfe unserer QR-Codes doch einfach mal über die Schulter.

 

 

Technische Daten: DJI Mavic Pro


Unverbindl. Richtpreis: 990, – Euro
Größe/Gewicht: 25x12x8cm / 750g
Geschwindigkeit (max/hoch/runter): C,M,AV,TV,P,A,SCN
Flugdauer/-distanz max: 27 min / 13 km
Kamerasensor/lens: 1/2.3’’CMOS / 28mm / f2.2
Auflösung: 12.7 MB
Foto/Video Formate: JPEG, DNG / MP4, MOV in C4K, 4K, FHD, HD
Kameraneigung: +30- bis -90 Grad


 

 

 

 

 

Fünf Fragen an Robert Wilpernig

Robert Wilpernig veranstaltet exklusive Tauchreisen (WIRODIVE). Dabei liegt sein Fokus auch auf Fotografen, denn er selbst ist einer der Besten auf diesem Gebiet. Unter Wasser arbeitet Robert schon seit vielen Jahren und mit der Drone, seit es die ersten gibt—kein Wunder, denn Robert war früher als Fluglotse tätig. und ist mit dem Luftverkehr bestens vertraut.


VDST-sporttaucher: Robert, Du warst Fluglotse. Ist das mit Schuld daran, dass Du Dich schon sehr früh mit der Dronen-Fotografie beschäftigt hast?
Robert Wilpernig: Ja, natürlich, alles was sich in der Luft bewegt interessiert mich, genauso wie die schwerelose Unterwasserwelt. Allerdings sieht man als ehemaliger Fluglotse auch die Probleme bei der Dronen-Fliegerei wenn es zum Massensport wird. Wichtig zur Beherrschung der Flugfähigkeit ist Training und nochmals Training. Der Flug sollte mit Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften fehlerfrei erfolgen, um sich auf die Gestaltung der Aufnahmen konzentrieren zu können. Ein Copilot ist deshalb immer von Vorteil.

sporttaucher: Was ist dran an den Gerüchten eines Dronenführerscheins mit vielen Beschränkungen?
Robert: Ehrlich gesagt ist das gar nicht so verkehrt, denn dann werden den seriösen Dronen-Piloten die Negativ-Schlagzeilen nicht zur Last. Aktuell wird es immer schwieriger mit einer Drone in Deutschland zu arbeiten.

sporttaucher: Rätst Du interessierten Fotografen trotzdem zum Kauf und wie schwer ist die Fliegerei?
Robert: Besser jetzt als später. Die Anschaffung ist günstig und wie die Fliegerei leicht zu erlernen. Zu Übungszwecken empfehle ich Sportplätze oder Wiesen ohne Bebauung und Bevölkerung. Was das Fliegen selbst betrifft ist der Einstieg unglaublich einfach, weil man ja eigentlich nichts tun muss um die Drone stabil und stationär zu halten. Wenn man besondere Aufnahmen mit viel Dynamik will, wird es allerdings sehr schnell komplex und es bedarf viel, viel Übung.

sporttaucher: Was war Dein persönliches Highlight mit der Drone?
Robert: Meine ersten Dronen Flüge haben mich sicherlich am meisten begeistert aber auch viel Lehrgeld gekostet. Freunde finden die Nachtaufnahmen von Singapore absolut sehenswert und natürlich die gerade abgedrehten Luftaufnahmen aus dem Bikini-Atoll. Mein persönliches Highlight war 2014 der erste Flug durch Darwins Arch auf Galapagos. Da hab ich wegen den ganzen Vögeln auf dem Felsen gelitten, ob ich da heil durchkomme.

sporttaucher: Und welche Drone würdest Du unseren Lesern empfehlen?
Robert: Das hängt natürlich auch vom Geldbeutel ab. Bei DJI wird man in allen Preisklassen fündig. Fotografen, die viel unterwegs sind empfehle ich die MAVIC pro. Wer eine bessere Kamera mit manuellem Zugriff und 4K/60fps haben möchte greif zur DJI Phantom 4 Plus.

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