LEARNING BY DIVING

Spaß und Motivation sollten im Vordergrund jeder Tauchausbildung stehen.


Tauchanfänger wollen früh für unseren Sport begeistert und langfristig motiviert werden. Leider fehlt der Hallenbad-Ausbildung die Faszination der natürlichen Unterwasserwelt. Besonders deshalb sollten wir bei der Vermittlung des Sporttauchens die begeisternden Aspekte unseres Sports in den Mittelpunkt stellen: Die schnelle Fortbewegung mit Flossen im Wasser, das Abtauchen und Atmen unter Wasser, das Gefühl von Schwerelosigkeit. Der Spaß und das positive neue Erlebnis stehen also im Vordergrund. Zwar erfordert der sichere Aufenthalt unter Wasser im Laufe der Ausbildung komplexe theoretische und praktische Kenntnisse, der Anfängerbereich sollte aber auf grundlegende und motivierende Aspekte der neuen Bewegungsform reduziert werden. Das Erfahren des Wasser-Nase-Reflexes, die genaue Ermittlung der Bleimenge, das Ausblasen der Maske, die Vorstellung des schweren und unbekannten Tauchgeräts – vieles kann sukzessive in die Ausbildung einfließen, wird jedoch nicht von Beginn an benötigt.


Ausbildungsrichtlinie der Sporthochschule
Studierende der Deutschen Sporthoch- schule Köln (DSHS) haben eine Vielfalt unterschiedlicher Kompetenzen und Vorerfahrungen. Die Tauchausbildung der Hochschule passt sich diesen Voraussetzungen an und prägt ihre Inhalte für die unterschiedlichen Abschlüsse im Lehramt, Sportmanagement, Leistungssport, Erlebnissport oder des Gesundheitssports aus. Die Wahlkurse der Hochschule decken von einem Fokus auf Vermittlung bis hin zu vertiefenden Kursen mit Freigewässertauchgängen, Exkursionen und Einblicken in das Berufsfeld Tauchen eine große Bandbreite ab. Theoretische und praktische Inhalte werden vom Anfänger bis zum Tauchlehrerniveau vermittelt. 

weitere Infos: www.dshs-koeln.de




Richtig Ausbilden
Anfängerausbildung beginnt in unseren Vereinen üblicherweise im Schwimmbad, muss dennoch attraktiv gestaltet werden und sich am Erfahrungsstand der Teilnehmenden orientieren. In der taucherischen Grundausbildung sollten Spaß an der Bewegung und Sicherheit unter Wasser die Basis bilden, auf der die Komplexität des Tauchsports sukzessive erhöht werden kann. Der Aufenthalt und die Bewegung des eigenen Körpers unter Wasser stehen zu Beginn im Vordergrund. Genauso wie allgemeine Schwimmfähigkeit und Grundlagen des Apnoetauchens Voraussetzungen für den Beginn der Tauchausbildung sind, bilden Tarierung und Trim die Basis für eine sichere und entspannte Durchführung aller weiteren Übungen. 


Fokus auf Grundlagen
Anfängerausbildung muss mit Rücksichtnahme auf Material, Platz und Zeit kreativ an die Vielfalt der Adressaten angepasst sein. Für unsere Studierenden gilt: Am Anfang steht schnelle Bewegung mit ABC-Ausrüstung im Schwimmbad. Spielend können dann die neuen Möglichkeiten der Fortbewegung genutzt werden. Der erste Kontakt mit dem Tauchgerät entsteht über die Atemregler: Während das Gerät montiert an der Wasseroberfläche treibt, kann in geringer Wassertiefe die Atmung unter Wasser und sogar frei-schwebend die Tarierung über die Atmung erfahren werden. Kein schweres Tauchgerät stört die Wasserlage oder zieht in die Tiefe, der Aufenthalt des eigenen Körpers unter Wasser steht im Fokus. Für diese Übungen können alle Atemregler genutzt werden, die Länge unseres Mitteldruckschlauches von 150 bis 210 cm erhöht den Bewegungsspielraum jedoch zusätzlich. Die Einführung von Regeln beschränkt sich zunächst auf den frühzeitigen und sanften Druckausgleich (nach Frenzel) beim Abtauchen, welcher am Beckenrand unter Zuhilfenahme der im Wasser hängenden Atemregler geübt werden kann, sowie auf das Aus- beziehungsweise Weiteratmen während des Auftauchens. Die Beginner können Spiele mit Luftstationen am Beckengrund, Beckenrand und an der Wasseroberfläche nun in den dreidimensionalen Raum übertragen, Sicherheit im Umgang mit den Atemreglern erlangen, ihre Apnoefähigkeiten weiter verbessern sowie den Druckausgleich beim Antauchen und die Ausatmung beim Verlassen einer Luftstation verinnerlichen. Talentierte können anschließend das Tauchgerät  vor sich frei schwebend in verschiedenen Tiefen austarieren. Die Erkenntnis, dass die Atmung für die eigene Tarierung ausreicht und das Tarierjacket lediglich die schwere Flasche kompensiert ist genauso schnell verstanden wie der Weg der Luft durch den Inflatorschlauch, denn alles passiert direkt im Sichtbereich. Angelegt wird die Tauchausrüstung nach dieser Herangehensweise problemlos auch unter Wasser, denn weder der Aufenthalt dort noch das Tauchgerät ist jetzt noch fremd.

Fazit: Der Taucher selbst sowie der Spaß an der Bewegung stehen im Mittelpunkt. Atmung am Beckenrand, unter der Wasseroberfläche wie auch am Beckengrund wird als Brücke vom Schnorcheln zum Gerätetauchen genutzt und ermöglicht durch den frühen Kontakt mit dem Tauchgerät eine erste Gewöhnung. Weiterführende Hinweise zum Umgang mit gefluteter Maske, zur Haltung des Atemreglers oder zu Unterwasserzeichen werden nach Bedarf eingebaut. Wir möchten unsere Anfänger, Sportstudierende, so bestmöglich auf die ersten Tauchgänge im Freigewässer sowie auf ihre Rolle als Multiplikatoren für das Sporttauchen in diversen sportlichen und schulischen Kontexten vorbereiten. Der erhöhte Zeitaufwand zahlt sich durch Spaß und Sicherheit der neuen Taucher im Wasser aus.


Unser Autor:
Fabian Möller
Sporthochschule Köln
Hai-Society Köln e.V.
VDST CMAS TL2


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