HOCHGESTECKTE ZIELE

Die VDST-Lizenzsysteme entsprechen denen der CMAS und des DOSB und werden in enger Kooperation stetig weiterentwickelt


Mit Tauchen Spaß, und Tauchen mit Spaß vermitteln – ist ein zentrales Anliegen des VDST. Dabei soll Tauchen in allen Varianten sicher ausgeführt werden, die Natur nicht belastet, sondern geschützt werden, der Umgang miteinander soll fair und sportlich erfolgen und von Partizipation, Solidarität, Verantwortungsübernahme und Teamgeist gekennzeichnet sein. Im Wettkampfsport sollen Höchstleistungen erreicht werden können. Diese hochgesteckten Ziele sind in unserem Leitbild formuliert

Engagierte Ausbilder
Dem Erreichen dieser Ziele widmen sich in unseren Vereinen und Dive Centern engagierte Ausbilder und Trainer. Dafür stellen sich Mitglieder als ehrenamtliche Helferinnen mit erheblichem Zeiteinsatz und großem Know-how zur Verfügung. Die Vielfalt der so entwickelten Angebote zeigt sich einerseits in der inhaltlich großen Bandbreite sowohl im Wettkampf als auch im Breitensport, richtet sich aber auch an verschiedene Adressatengruppen. Um diesen Bedarf an Vielfalt mit entsprechender Qualität bedienen zu können, hat der VDST die Lizenzsysteme des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und des Weltverbands der Sporttaucher (CMAS) umgesetzt. Nur so können die Besonderheiten, die jeden Verein und jedes Dive Center auszeichnen, mit höchsten Ansprüchen aufrechterhalten werden. Die Aus-, Weiter- und Fortbildung der Multiplikatoren muss ein stetes Anliegen des VDST sein. Daher nutzen der VDST und seine Landesverbände einen erheblichen Anteil der Mitgliederbeiträge zur finanziellen Unterstützung dieser Bildungsmaßnahmen. Zudem gilt es die Konzepte dieser Bildungsangebote regelmäßig kritisch zu hinterfragen, weiterzuentwickeln und zu aktualisieren.

Trainerausbildung nach DOSB
In der Trainerausbildung ist zunächst das System entscheidend, das durch den DOSB für alle Spitzenverbände vorgegeben ist. Dieses Lizenzsystem gewährleistet auch eine Vergleichbarkeit mit den Angeboten der Landessportbünde, anderen Spitzenverbänden und den Verbänden mit besonderer Aufgabenstellung. Allein die Tatsache, dass die finanzielle Förderung der Vereine aus öffentlichen Kassen an diesem DOSB-Lizenzsystem gemessen wird, zeigt seine Bedeutung. Auch die Kooperationsmöglichkeiten mit anderen DOSB-Verbänden werden so gefördert und erleichtert – sowohl in den VDST-Landesverbänden mit den Landessportbünden als auch zwischen den Spitzenverbänden, wie beispielsweise dem Deutschen Schwimmverband (DSV) oder der DLRG.



elearning
Unser eLearning-Konzept war zu Beginn des Jahres 2018 an den Start gegangen und entwickelt sich seither stetig weiter. Nachdem im Januar 2018 in Ingelheim das erste eTrainer-Seminar stattfand, bei dem die Teilnehmer an die Plattform herangeführt wurden, wurde einige Monate später bei einem zweiten Seminar in Bad Segeberg das neue eTrainer-Konzept erstmalig eingesetzt. Es wurde von den Teilnehmerinnen gut angenommen und für gut befunden. Im selben Monat wurde auf einer Skype-Konferenz des eLearning-Ressorts Marc Cieslarczyk einstimmig zum neuen Ressortleiter gewählt und im September 2018 wurde das Team um Andreas Bock erweitert. In diesem Jahr wurde die Arbeit am eLearning-Konzept weiter fleißig ausgebaut. So traf sich das Team des Ressorts im Januar auf der Messe boot in Düsseldorf – unter anderem, um weiter  an der Ordnung zu arbeiten… Im März präsentierte Ressortleiter Marc Cieslarczyk auf dem Ausbilderforum NRW in Kamen die eLearning-Plattform sowie die aktuellen Änderungen und die damit einhergehenden Möglichkeiten. Des Weiteren fanden zwei eTrainer-Seminare statt: im März in Hamburg und im Mai in Duisburg. Die unten stehende Tabelle zeigt den Stand der Ausbildung seit Einführung der VDST-Qualifikationen „eTrainer” und „eTrainer-Instructor” Anfang 2018. Bisher sind die Rückmeldungen sehr positiv, und wir hoffen auf weitere Entwicklung in diesem Sinne.

Breiten- und Leistungssport
Seit 2005 gibt es eine grobe Unterteilung für die DOSB-Lizenzausbildung in den Spitzenverbänden in vier Bereiche: die Trainerausbildung für den Breiten- sowie den Leistungssport, die Ausbildung als Jugendleiter und die Vereinsmanagerausbildung. Besonders die Trainerausbildung erfordert besondere und umfassende Kenntnisse im Sporttauchen. Hier hat sich ein Konzept bewährt, das in der ersten Ausbildungsphase parallel verläuft: In 60 Lerneinheiten (LE, à 45 Minuten) wird eine allgemeine Einführung gegeben, die sowohl die grundlegenden Aspekte beim Umgang mit Sportgruppen als auch den Überblick über das Sporttauchen liefert. Darauf aufbauend verzweigt sich die Ausbildung zum Trainer Breitensport, Breitensport Apnoe und Leistungssport. In diesen drei Säulen werden in weiteren 60 Lerneinheiten die spezifischen Kenntnisse und Kompetenzen vermittelt, um Anfängerinnen in das Sporttauchen einzuführen und Fortgeschrittenen durch qualifizierte Trainings- und Schulungsangebote weitere Entwicklungsangebote zu machen. Diese Ausbildung mit insgesamt 120 LE wird durch die VDST-DOSB-Trainer-C-Lizenz attestiert. Nach den Regeln des DOSB wird diese Lizenz nur beim Nachweis regelmäßiger Fortbildungen verlängert. Schon diese kurze Beschreibung macht deutlich, welches Engagement ein Trainer alleine für die Qualifizierung einbringen muss, aber nur so können die erwarteten Qualitätsansprüche gewahrt werden. Der VDST versucht, die Lizenzinhaberinnen durch attraktive Angebote regelmäßig zu motivieren. Die erarbeiteten Kompetenzen sind sicher auch außerhalb der Vereinstätigkeit einsetzbar. Die Aussage „Das habe ich im Sport gelernt“ (Motto einer Kampagne des LSB NRW mit Beteiligung des Tauchsportverbandes NRW) dürfte besonders jüngeren Menschen auch im Berufsalltag die Entwicklung in mancher Beziehung erleichtern.

Apnoe-Wettkampfsport
Das DOSB-Lizenzsystem sieht vor, dass in B- und A-Stufen weitere Qualifizierungen stattfinden. Im Leistungssport soll so die Grundlage für Erfolge im internationalen Vergleich gelegt werden. Erstmals wurde 2018 eine Trainer-B-Ausbildung im Apnoe-Wettkampfsport angeboten und 2019 abgeschlossen. Gerade dieser Wettkampfsport muss mit Augenmaß und unter Beachtung der Sicherheitsaspekte für die Athletinnen eingeführt werden. Dies gilt nicht nur für den Wettkampf, bei dem vielleicht auch mal der Ehrgeiz die Grenzen des Verantwortbaren erreichen kann, sondern auch für das qualifizierte Training. Diese Gratwanderung ist eine besondere Herausforderung für die Trainerinnen. Diese Einführung des Apnoetauchens als Wettkampfsport, die sich noch in der Erprobung befindet, ist ein Beleg für die stete Weiterentwicklung des VDST-Systems. Hier wurde auch die Aus- und Weiterbildung der Schieds- und Wettkampfrichter nach den Vorgaben der CMAS 2018 fortgesetzt.


Breitensport nach CMAS
Im Breitensport ist die Trainer-B- und -A-Ausbildung mit dem Lizenzsystem der CMAS verbunden. Diese Stufen entsprechen gleichzeitig den Tauchlehrer*- und Tauchlehrer**-Lizenzstufen. Damit sind die VDST-Tauchlehrerinnen aufgrund der umfassenden Qualifizierung nicht nur für die Ausbildung kompetente Ansprechpartner, sondern sie bieten auch Trainings- und Weiterbildungsmöglichkeiten für erfahrene Sporttaucherinnen. Auch wenn die Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen stattfindet, ist gerade dies eine zentrale Aufgabe, die in den nächsten Jahren sicher noch weiter intensiviert werden muss.Die Vielfalt der Themen der Angebote für 2018 für die Taucherinnen lässt erahnen, welche Sachkompetenz der VDST sammeln muss. Abgesehen von dem mit der Organisation von Lehrgängen im In- und Ausland sowie Wochenend- und Tagesseminaren verbundenen Aufwand bedarf es einer intensiven Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen des Bundesverbands mit seinen Landesverbänden und den Vereinen vor Ort. Hier ist ein über Jahrzehnte entstandenes Netzwerk verfügbar, das im Sporttauchen seinesgleichen sucht. Unstrittig, und damit stets im Mittelpunkt der Arbeit im VDST und den Landesverbänden, ist die herausragende Leistung der Vereine vor Ort. Dies ist unabhängig von den Angeboten im Wettkampf- und Breitensport und unabhängig von den Adressatengruppen.Der Erhalt von Ausbildungs-, Trainings- und Tauchmöglichkeiten ist ein typisches Beispiel, das zunächst nur durch die Vereine vor Ort oder die Landesverbände geleistet werden kann. Der VDST kann sich nur durch die Beteiligung an bundesweiten sportpolitischen Diskussionen und Kampagnen einbringen. Die stete Beteiligung an der Bäderallianz, das Engagement am Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung, aber auch die Beteiligung in den DOSB-Gremien sind Belege für die Arbeit der ehrenamtlich arbeitenden VDST-Mitglieder. 

Unsere Autor:
Dr. Uwe Hoffmann
Vize-Präsident VDST

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