CHASING THE THUNDER

Eine nervenaufreibende Verfolgungsjagd über 110 Tage, 10.000 Meilen und drei Ozeane Unterwegs mit Sea Shepherd



Das sechste Programm der ­International Ocean Film Tour nimmt das Publikum mit auf die Jagd – nach einmaligen Augenblicken, neuen Erkenntnissen, dem ultimativen Surf-Kick und skrupellosen Wilderern auf hoher See.
CHASING THE THUNDER ist einer von sechs spannenden Filmen, der ab März auf der International Ocean Film Tour zu sehen ist. 

Der illegale Fisch-Trawler „Thunder“ macht seit zehn Jahren unbehelligt ein Millionengeschäft – bis sich die Meeres- schützer von Sea Shepherd an seine Fersen heften. Über 10.000 Seemeilen verfolgen die Kapitäne der Aktivistenschiffe „Bob Barker“ und „Sam Simon“ das Schiff durch internationale Gewässer, um den Wilderern ihr Handwerk zu legen. CHASING THE THUNDER ist ein wahrer Krimi auf hoher See, eine 110-tägige Verfolgungsjagd auf zwei Ozeanen, bei der die internationale Crew von freiwilligen Meeresschützern buchstäblich auf Kollisionskurs mit der illegalen Fischerei geht. 
Mit kilometerlangen Stellnetzen macht der Trawler „Thunder“ jenseits des Gesetzes großen Fang: Der artengeschützte Antarktisdorsch ist auf dem Markt heiß begehrt, doch sein Verschwinden bedeutet die Gefährdung eines ganzen Ökosystems. Bislang konnten illegale Fischer in entlegenen Gebieten wie dem Rossmeer ungestört internationales Recht brechen. Wo kein Kläger, da kein Richter. Doch es gibt Menschen wie den 34-jährigen Peter Hammarstedt, die den Meeresschutz persönlich nehmen. Seit 13 Jahren kämpft der schwedische Sea Shepherd -Aktivist mit einer bunt gemischten Crew auf seinem Schiff „Bob Barker“ um die Einhaltung internationalen Rechts. Wo der Staatenverband versagt, spürt Sea Shepherd illegale Fischereischiffe auf und liefert Interpol die nötigen Beweise, um den Wilderern den Prozess zu machen. CHASING THE THUNDER zeigt in packenden Bildern, wie viel Ausdauer und Einsatz der Kampf um die Meere fordert und was eine eingeschworene Crew Freiwilliger ausrichten kann.

» Wir brauchen immer Freiwillige «
 

Ein Interview mit Kapitän Peter Hammarstedt über jugendlichen Idealismus und echten Meeresschutz
Int. Ocean Film Tour: Sea Shepherd setzt Wilderer fest, bringt sie vor Gericht oder übergibt sie den Behörden. Wie hat sich eure Arbeit im Laufe der Jahre verändert?

Peter Hammarstedt: Ich war 18 als ich Sea Shepherd mit dieser wunderbaren Idee beigetreten bin, dass wir die Welt retten. Natürlich lernt man viel dazu, wenn man Teil verschiedener Kampagnen ist. Vor allem in den letzten drei bis vier Jahren geht die Entwicklung bei Sea Shepherd, speziell im Fall von „Chasing the Thunder“, dahin, dass wir alle direkt mit den Regierungen der Entwicklungsländer an der afrikanischen Küste zusammenarbeiten. Wir unterhalten Partnerschaften mit Gabon, Liberia und Tansania. Wir arbeiten mit Regierungen zusammen, deren finanzielle Ressourcen so knapp sind, dass sie der Wilderer nicht Herr werden können. Statt nur in einem Vakuum komplett getrennt von Regierungen und Behörden zu arbeiten, erkenne ich jetzt, dass es wichtig ist, zu kooperieren und zusammenzuarbeiten. Ich bin aber weiterhin der Meinung, dass Sea Shepherd gebraucht wird. Sea Shepherd gibt es, weil die Regierungen nicht die finanziellen Mittel und manchmal nicht einmal eine Rechtsgrundlage haben, etwas gegen diese Umweltprobleme zu unternehmen. Man muss auch sagen, dass wir letztendlich einfach effektiver sind.

OFT: Sea Shepherd ist keine Protestorganisation, sondern eine Strafverfolgungsorganisation. Steht das für einen Sinneswandel? 

Peter: In der Vergangenheit saßen wir nie mit diesen Regierungen und Strafverfolgungsbehörden an einem Tisch. Wir haben immer versucht, davon unabhängig aktiv zu werden. Bei „Chasing the Thunder“ haben wir nicht darauf gewartet, an den Tisch eingeladen zu werden, sondern haben uns im Grunde selbst einen Stuhl geholt und uns dazugesetzt. Eine Zusammenarbeit mit Leuten wie uns ist mittlerweile wohl unvermeidbar geworden, weil wir etwas mitbringen, das niemand sonst zu bieten hat. 
Es gibt Gruppen, die daran arbeiten, die Politik und die rechtlichen Rahmenbedingungen zu verbessern, und sie sind ebenfalls extrem wichtig. Es gibt Gruppen, die an technologischen Lösungen für den Kampf gegen den illegalen Fischfang arbeiten. Wir sind jedoch die einzigen, die Schiffe zur Verfügung stellen. Politik und Technologie liefern nur ein informatives Bild. Diese Informationen lassen sich aber nur umsetzen, wenn man die Leute vor Ort unterstützt, und genau das ist unsere Aufgabe. Wir bringen die Strafverfolgungsbehörden aus diesen Entwicklungsländern an die Tatorte, sodass sie dort ihre Pflichten ausüben können.

OFT: Ihr seid also da, um die Arbeit zu Ende zu bringen, die oft liegen bleibt, weil die Regierung sich nur um die Gesetzgebung kümmert.

Peter: Es ist natürlich toll, Satelliten- und AIS-Bilder davon zu bekommen, was auf See passiert. Das ist wichtige Arbeit. Wenn die Regierung selbst jedoch kein Schiff hat, um die Leute festzunehmen, dann zeigt uns diese Technologie nur das, was wir schon wissen: dass es auf See ein Problem gibt.

OFT:  Was ist deiner Meinung nach zurzeit die beste Möglichkeit, Sea Shepherd zu unterstützen? 

Peter: Wir haben Leute, die uns für unterschiedliche Zeiträume unterstützen. Manche sind 20 Tage an Bord, andere schon seit vielen Jahren. Wir haben viele Schiffe, die immer auf See sind, also brauchen wir auch immer Freiwillige. Wenn jemand Interesse hat, Teil der Besatzung zu werden, sollte er oder sie sich also definitiv online bewerben. 
Ohne die Spenden unserer Unterstützer könnten die Schiffe aber nie auslaufen. Wir nehmen keine Finanzmittel von Regierungen an. Die Länder, mit denen wir zusammenarbeiten, unterstützen uns nicht finanziell. Wir stellen das Schiff, die Besatzung und auch den Treibstoff dafür. Die Länder wiederum stellen die Sicherheitsbehörden, die die Festnahmen durchführen.  
Wir brauchen also Spenden, um auf See bleiben zu können, weil wir komplett durch die Öffentlichkeit finanziert werden. Das ist auch das Inspirierende an unserer Organisation: In den Regionen, in denen wir arbeiten, beispielsweise in der Antarktis, gibt es keine Probleme mit illegalem Fischfang mehr.


Das Interview führte die Redaktion der International Ocean Film Tour



Weitere Infos:
www.oceanfilmtour.com






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