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Haie Satt, dafür stehen die Malediven und unser Fotoworkshop auf der Keana


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keana.mv

Es waren gigantische Erlebnisse und Begegnungen, mit denen die 17 Teilnehmer auf dem Liveaboard Keana konfrontiert wurden. Womit mal wieder bestätigt wurde, dass unsere VDST-Workshops zu den Top-Ereignissen gehören. Wichtig bei solchen Touren ist ein ortskundiger Tourguide, der auf die Wünsche der Gäste eingeht. Mit Alexander Schmidt, die Mutter ist Malediverin, der Vater Deutscher, hatten wir das große Los gezogen. Er kennt die Atolle wie andere ihren Schrebergarten. Vor allem Tauchplätze, die einem nachhaltig in Erinnerung bleiben. Mit Haien, Mantas, Schildkröten und einzigartigen Rifflandschaften, die diesen Namen auch verdienen. Wer die Malediven als Tauchgebiet gedanklich abgeschrieben hat, weil ihm dort die High Society und eventuell die politische Lage nicht geheuer ist, sollte nochmal in sich gehen. Kaum an Bord der Keana geht es Schlag auf Schlag. Mantas an ihren Putzerstationen im Nord-Male-Atoll, Ammenhaie im Dutzend bei Nacht im Vaavu-Atoll, wo sie wie Haustiere um einen herumschwimmen. Dann der lang ersehnte Walhai im Süd-Ari-Atoll, dessen Anblick die meisten total ausrasten lässt. Mehrmals kreist er um uns und gleitet so langsam davon, dass auch wenig Trainierte eine Zeit lang neben ihm herflosseln können. Wie ein Thriller erlebt man Mantas hautnah bei Nacht im Nord-Ari Atoll. Die Lagune gilt als einer der drei spektakulärsten Manta-Spots weltweit. Wie Derwische sausen sie auf einen zu, drehen gekonnt Zentimeter vor einem ab, manchmal berühren sie die Taucher  ungewollt.Wer auf den Malediven vom Schiff aus taucht, muss psychisch verkraften, dass viele Abstiege im Freiwasser stattfinden, das Riff erst in gut 20 Meter Tiefe anfängt. Und man taucht im Freiwasser wieder auf. Boje setzen, beim Buddy bleiben, besser noch beim Dive-Guide. An den Tilas (unterseeische Tafelberge) ist die Hölle los. Der Fischreichtum ist enorm, die Korallen (weich und hart) zum Teil spektakulär. Am Fesdu-Wrack können sich Abenteurer in der Strömung austoben.Bizarr und unwirklich stehen hier Fahrräder senkrecht am Grund. Wer hat sie dort abgestellt? Keiner weiß es. So können auch die Malediven noch Geheimnisse wahren. Ein Grund, mal wieder hinzufliegen und vorher den Nitrox-Schein zu machen. Denn der ist in diesem Teil der Weltmeere bei drei Tauchgängen am Tag eine Krankenversicherung. Übrigens: Nach zehn Tagen auf dem Schiff konnten die meisten 28 Tauchgänge loggen und noch mehr tolle Fotos machen.

Philipp Stehr

Nacktschnecken sind niedlich, Riff-Fische sind schön, Haie dagegen sind ein anderes Kaliber. Größer, massiger, imposanter im Auftreten. Topräuber eben, die auch ein Gefühl von Stärke und Macht ausstrahlen. Kann man diese Attribute fotografisch festhalten? Ja, es geht, wenn die Fische frontal abgelichtet werden. Auge in Auge mit dem Predator. Übrigens muss man für die Haifotografie keine teure Fotoausrüstung besitzen. Auch Kompaktkameras eignen sich hervorragend. Nämlich dann, wenn die Raubfische auf Distanz bleiben. Dann erweist sich das teure Fisheye als Fehlgriff, weil die Tiere aufgrund des riesigen Bildwinkels die Größe von Schwebeteilchen einnehmen. Allerdings kommen Fisheye und Super-Weitwinkel zu Ehren, wenn Haie angefüttert werden und geradezu bedrohlich nah kommen. Als Ideal haben sich Weitwinkel-Zoomobjektive erwiesen, weil man den Bildausschnitt bzw. die Größe des Hais auf Bildern bewusster wählen kann. Viele UW-Fotografen hadern mit der Blitzbelichtung, denn Haie kalken am Bauch gerne auf, wenn das Kunstlicht nicht dezent dosiert wird. Muss man unbedingt blitzen? Nein, in moderater Tiefe, wenn Sonnenkringel auf dem Haikörper tanzen, ist Blitzlicht fehl am Platz. 



Unser Autor:
Herbert Frei
Reisejournalist und Experte in Sachen UW-Fotografie






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