SCHNELLER…TIEFER

Haben sie noch platz im Handgepäck? Mit Sicherheit passt die Panasonic FT7 da noch hinein. Herbert Frei hat es nämlich so gemacht


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Für Kompaktkameras wurde schon häufig das Totenglöcklein geläutet. Mittlerweile hat es aber aufgehört zu bimmeln, denn eine neue Generation von Outdoorkameras ist von den Toten auferstanden. UW-Fotografen, deren UW-Fotografie sich mehrheitlich auf Urlaube und schöne Wochenenden am Baggersee erstreckt, brauchen keine Kamera mit informationsgesättigter Unübersichtlichkeit. Der Spaß steht im Vordergrund. Und die Bilder sollen auch noch was werden, selbst wenn das fotografische Wissen auf der Strecke bleibt. Eine solche Kamera ist die FT 7 – einschalten und abdrücken. 21 Megapixel sorgen für eine hohe Auflösung, sodass auch großformatige Abzüge das Auge wenig reizen. Der 4,6-fache Weitwinkel-Zoom überbrückt alle notwendigen Brennweiten, die man für ungetrübtes und stressfreies Knipsen benötigt. Ein optischer Bildstabilisator verhindert selbst bei Schnappatmung zuverlässig verwackelte Aufnahmen. Der Autofokus arbeitet zuverlässig und schnell, stellt auch beim Filmen mit 60 Bildern pro Sekunde kontinuierlich ohne Pumpen scharf. 4K ist an Bord und wartet nur darauf, aktiviert zu werden. Legen Sie dann aber SD-Speicherkarten der Speed-Klasse 4 oder höher ein. Und geizen Sie nicht an der Kapazität, denn 4K ist eine Datenkrake. Das eingebaute TTL-Blitzlicht verteilt sein Licht so konsequent nach vorne, dass ihm auch lichtscheue Schwebeteilchen kaum entkommen können. In trübem Wasser kann man diesem hochgradig pflegebedürftigem Alptraum kaum entkommen. Dann schaltet man konsequent in den UW-Fotomodus, der dann den Farbstich des Wassers dezent unterdrückt und gefällige Farbbilder generiert. Oder man schaltet in das Toy-Up-Programm, bei dem die Farben wie gemalt rüber kommen. Gespeichert wird in JPEG, was Urlaubsfotografen entgegenkommt, die gleich nach dem Auftauchen schon anfangen, Bilder zu verschicken – ob sie einer sehen will oder nicht. Aber im Ernst: Die Aufnahmen zeigen satte Farben und eine erstklassige Qualität, die geschickte Leute in Bildbearbeitungsprogrammen noch aufhübschen können. Mit der Makrofunktion lässt sich das Objektiv bis auf fünf Zentimeter nah fokussieren, so- dass kleine Motive in bestechender Abbildungsgröße dargestellt werden können.

Die getestete Kamera wurde uns leihweise zur Verfügung gestellt.


In Ausgabe 6/19 stellt Herbert die 
vergleichbare Olympus TG-6 vor und im divemaster 102 eine „Amphibien“-Übersicht



Ikelite-Gehäuse verfolgen eine eigene Strategie und
Philosophie. Einfach, übersichtlich, bezahlbar und total unkompliziert


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ikelite.com

Wer mit großen Händen und Wurstfingern auf die Welt gekommen ist, wird bald merken, dass die FT 7 eher für asiatische Greifwerkzeuge konzipiert worden ist. Ein passendes UW-Gehäuse tut Not. Zum Glück gibt es eines von Ikelite. Nun lechzt nicht jeder nach einem Plastikbomber, aber trotzdem muss man eine Lanze für Kunststoff brechen, weil man sich eine solche Schutzhülle leisten kann. Durch die transparente Rückwand kann man genau kontrollieren, ob die Übertragungen im Eingriff sind. Vorteil des Ikelite-Gehäuses: Man kann zwei amphibische Blitzgeräte anbringen, die mittels Fiberoptik gezündet werden und bis 60 Meter abtauchen. Leider verhindert das fast quadratische Frontglas des Kamera-Objektivs die Adaption von Makro- und Weitwinkelkonvertern. Das Ikelite-Gehäuse hat, wenn man es genau nimmt, eigentlich gar kein Design. Es ist ein wasserdichter Würfel ohne Charme, aber mit dem Background, dass auch technisch Abstinente damit gut zurecht- kommen. Die Haptik ist etwas gewöhnungsbedürftig, weil eine Handschmeichler-Form nicht erkennbar ist. In eine ähnliche Kerbe hauen die beiden kräftigen Gehäuseverschlüsse, deren Spannkraft so derb ist, dass man den O-Ring geradezu schreien hört. Aber was soll‘s, dicht ist dicht. Und wenn nicht, dann ist ja auch noch die Kamera da, die 31 Meter wie nichts verdaut. 

 

Kaum zu glauben aber dieses Blid wurde mit der FT7 in JPEG gemacht.




Unser Autor
Herbert Frei
kennt so gut wie alle UW-Systeme. Darum vertrauen wir seinen Vergleichen







Das getestete Gehäuse  wurde uns leihweise zur Verfügung gestellt.

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