PLASTE PROFI

Ist im Profibereich Platz für Ein UW-Gehäuse eines Kameraherstellers?Herbert Frei ging der Frage auf den Grund.


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Es ist Usus, dass Olympus für seine Spitzenkameras im O-MD-System immer auch ein UW-Gehäuse anbietet. Nach guter Tradition ist es aus schwarzem Kunststoff gefertigt. Nur der mit einem Exzenterverschluss versehene, links angeschlagene Rückdeckel, ist matt transparent. Reinschauen, um die Funktionen zu überwachen, geht aber eher nicht. Das ist aber auch nicht notwendig, denn das PT-EP 14 ist sehr präzise gefertigt. Während in anderen UW-Gehäusen die Kameras mühsam mit Schlitten und Schrauben fixiert werden müssen, wird die E-M1 MK II einfach nur reingelegt. Der Sitz ist satt und saugend. Nichts wackelt, nichts hakt, nichts klemmt. Erstaunlich: Das Gehäuse ist so konzipiert, dass man sowohl die Ösen für den Tragegurt als auch die Augenmuschel am Kamerabody dran lassen kann. Ich rate aber trotzdem dazu, die Ösen als auch die Augenmuschel abzumachen, weil dann der Rückdeckel satter in den Sitz gepresst werden kann und man nicht so viel fummeln muss. Ein dicker roter Silikon-O-Ring dichtet das Gehäuse am Rückdeckel ab. Verwenden sie das beigelegte Olympus-Fett, damit sich das Gehäuse geschmeidig verschließen lässt. Das Olympus PT-EP 14 geht als gutes und praktikables UW-Gehäuse für User ohne besondere Ansprüche durch. Dafür spricht schon der Preis, der gegen sonstige Gepflogenheiten deutlich unter dem des Kamerabodys liegt. Die kleinen Unwägbarkeiten der seltsamen Ergonomie kann man angesichts des Preisgefüges gedanklich wegbügeln, wenn man zu den Normalverdienern gehört. Die meisten Fisheye-Bilder werden eh etwas beschnitten, sodass die Vignettierung kein Hinderungsgrund für potentielle Käufer sein sollte. Auch mit dem Makroport, der eigentlich für das 60-mm-Makro konzipiert wurde, kommt man zwar mit dem 30-mm-Makroobjektiv einigermaßen klar, ideal ist es aber nicht. Kaum zu übertreffen ist die Abbildungsqualität, wenn man das 9-18 mm Zoom hinter den Fisheye-Port mit dem passenden Gehäusezwischenring  verpflanzt. Die Ränder und Ecken sind ohne sichtbare Verzeichnung und ausreichend scharf. 




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UW-Fotografen haben immer das Problem, dass der AF bei flott schwimmenden Fischen meistens nicht schnell genug reagiert. Insbesondere, wenn sie auf die Kamera zu schwimmen. Hier kann die E-M1 MK II Vorteile verbuchen. Die Auslöseverzögerung liegt nun erstaunlicherweise sowohl bei hellem als auch etwas düsterem Umgebungslicht bei knapp 0,1 s. Ein phänomenaler Wert, der seine Einzigartigkeit bei der Verfolgung von Objekten mit 15 Bilder/s und zuverlässig funktionierendem AF unterstreicht. Damit kann die E-M1 MK II den Profiboliden von Canon und Nikon Paroli bieten. Ursächlicher Grund dieser rasanten Fahrten sind ein spezieller Algorithmus und der neu entwickelte True-Pic-VIII-Bildprozessor, der zusammen mit dem 20-Megapixel-Bildsensor zwei unterschiedliche Messtechniken verwendet. Einmal das übliche Kontrastverfahren und zum zweiten die Phase-Change-Technik mit 121 Kreuzsensoren. Wem das noch nicht ausreicht, der kann die E-M1 MK II auch mit einem elektronischen Verschluss betreiben und dann, allerdings ohne AF, bis zu 18 Bilder/s durchjagen. Mit diesen Daten etabliert sich die E-M1 MK II als Turbo-Kamera. Zumal die kürzeste Verschlusszeit (elektronisch) unglaubliche 1/32 000 s beträgt.
Fazit: Die kryptische Namensbezeichnung O-MD E-M1 MK II steht für eine der schnellsten und besten CSCs. Trotz kleinem Bildsensor (17,3 x 13 mm) kann die Bildqualität bis ISO 200 selbst mit der einer Vollformatkamera mithalten. Daran beteiligt sind auch die hervorragenden Objektive mit ihrem telezentrischen Strahlengang. Das Konzept einer hochwertigen spiegellosen Systemkamera scheint aufgegangen zu sein. Olympus ist im Profi-Himmel angekommen.


Unser Autor
Herbert Frei
Neben dem VDSTsporttaucher schreibt Herbert für Tauchen und
divemaster 





Die getestete Kamera und das Gehäuse  wurde uns leihweise zur Verfügung gestellt.

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