FÜNF FRAGEN AN: Uli Kunz

Highlights beim „1. VDST Symposium“ am 06.11.2021 in Frankfurt am MainTeil3: Interview mit: Uli Kunz
Dr. Florian Huber (4/20) 
Dr. Frank Hartig (2/20)


Uli Kunz hat mit vier Freunden die Forschungstauchgruppe SUBMARIS gegründet, begleitet wissenschaftliche Expeditionen rund um die Welt und ist mit seinen Live-Shows regelmäßig im deutschsprachigen Raum auf Tournee. Mit seiner Kamera beobachtet er die bedrohlichen Veränderungen im Ozean und dokumentiert bei seinen Projekten die Überfischung der Meere, den zerstörerischen Einfluss des Klimawandels auf unsere Ökosysteme und die zunehmende Verschmutzung der Gewässer. Als ein neuer Moderator für die ZDF-Reihe ‚Terra X‘ begleitet er Dreharbeiten über die Wasserwelten unseres Planeten.

Fünf Fragen an:

Uli Kunz
Forscher und Expeditionsleiter

VDST-sporttaucher:  Uli – viele Zuhörer kennen dich von der ZDF-Serie Terra X und sind sehr gespannt – was dürfen wir in Frankfurt erwarten?
Uli Kunz: Wir machen zusammen eine Reise in sehr verschiedene Lebensräume, von den Tropen bis ins Eis, vom Flachwasser bis in dunkle Tiefen. Seit vielen Jahren begleite ich immer wieder spannende Forschungsexpeditionen, die sich mit den Wanderungen von Meerestieren beschäftigen. Ich möchte ein paar verrückte Tierchen vorstellen und die Bedeutung mancher „Meeres-Nomaden“ zeigen.

sporttaucher: An welchen Forschungsprojekten arbeitest du gerade?
Uli: Mit unserer Forschungsgruppe SUBMARIS arbeiten wir regelmäßig in Nord- und Ostsee und bereiten uns jetzt schon auf die Aufträge in diesem Jahr vor. Im Sommer sind wir wieder vor Helgoland im Wasser und untersuchen dort den Algenbewuchs, der uns Hinweise auf die Wasserqualität liefert. Wenn wir Glück haben, treffen wir dort auch wieder auf die großen Kegelrobben, von denen manche ein sehr interessantes Verhalten zeigen, über das ich in Frankfurt auch berichten werde. Mit dem ZDF arbeite ich gerade an vier weiteren Folgen für Terra X, die dieses Jahr gedreht werden sollen und die ich wieder über und unter Wasser moderieren werde.

sporttaucher: Du bist schon als Kind getaucht und im VDST groß geworden – wie war das genau?
Uli: Den ersten Blick unters Wasser habe ich als Kind im Bodensee mit Maske und Schnorchel gemacht. Das war auf der einen Seite beängstigend, auf der anderen Seite offensichtlich aber auch der Beginn einer nachhaltigen Faszination. In meiner Heimatstadt Kehl war ich dann jahrelang Mitglied im Tauchclub und bin in den kalten Baggerseen getaucht, bis ich zum Studium nach Kiel gegangen bin und den Club gewechselt habe. In der Ostsee habe ich dann im Winter wie im Sommer getaucht und im VDST viele Kurse und Lehrgänge gemacht.

sporttaucher:  Wir kennen Bilder, in denen du in Tuchfühlung mit Orcas tauchst, die sich gerade ihr Frühstück „holen“ – ist das nicht gefährlich?
Uli: Nein. In freier Wildbahn hat es noch nie einen Angriff eines Orcas auf einen Taucher gegeben. Interessant wird es, wenn die dicken Buckelwale ins Spiel kommen und ebenfalls fressen wollen – die wissen vermutlich nicht so genau, wo ich gerade im Heringsschwarm bin und könnten mich durchaus über den Haufen schwimmen. Aber noch bin ich an einem Stück.

sporttaucher: Bei deinen vielen Reisen lernst du unendlich schöne Tauchgebiete kennen. Was können wir im VDST tun, damit das auch so bleibt?
Uli: Natürlich kann jeder Taucher seinen Teil dazu beitragen, unter Wasser möglichst wenig zu beschädigen. Gerade Fotografen wie ich müssen sich da manchmal an die eigene Nase fassen, um nicht für ein vermeintlich noch besseres Bild Tiere zu belästigen oder Pflanzen und Korallen zu zerstören. Ganz generell müssen sich alle Menschen, ob Taucher oder Nichttaucher, dafür einsetzen, dass weitere Bereiche der Ozeane unter vollständigen Schutz gestellt werden. Das ist der einzige Weg, um eine einigermaßen gesunde Artenvielfalt zu erhalten, die unsere Lebensgrundlage darstellt.

Das Interview hat Frank Ostheimer geführt

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