ABENTEUER UNTER WASSER

Ab November 1958 flimmerten  Hans-Hass‘  „Expedition ins Unbekannte“ über die Bildschirme und ab 1962 Mike Nelsons „Abenteuer unter Wasser“


Wie bei vielen anderen meiner Generation begann auch bei mir die Tauchbegeisterung 1954 mit Hans Hass. Acht Jahre später war es eine Fernsehserie, die viele Jugendliche zum Tauchen animierte: die im Vorabendprogramm der ARD allwöchentlich über die Fernsehbildschirme flimmernde Serie „Abenteuer unter Wasser“ mit Mike Nelson alias Lloyd Bridges. Sie erreichte bald unter ihren Fans Kultstatus. Ich brauchte diese TV-Serie als Einstiegsdroge nicht mehr, denn zu dieser Zeit hatte mich die Tauchbegeisterung schon voll im Griff. Aber es war eine gute „Auffrischungsdroge“, um die Begeisterung am Köcheln zu halten – und auch um nach aktuellen Tauchausrüstungen und Techniken zu spähen. So schaffte es Mike mit seiner Technik, das Tauchgerät über Kopf anzulegen – Faltenschläuche und Schultergurte fielen dabei automatisch in die richtige Position – bis in die sozialistische Tauchsportpresse „Poseidon“. 
Die Story
Der Taucher Mike Nelson (Lloyd Bridges) erledigt unter Wasser alle nur erdenklichen Aufträge. Er spürt versunkene Schätze auf, rettet Eingeschlossene aus gesunkenen Schiffen und Flugzeugen und verfolgt Verbrecher. Seine Auftraggeber wechseln, oft arbeitet er auch für die Regierung oder die Navy, deren fester Mitarbeiter er einst war. Von seinem Boot aus, der Argonaut, lässt er sich ins Wasser gleiten. Lloyd Bridges wurde mit der Serie zum Fernsehhelden. Er war der einzige regelmäßige Darsteller in dieser Serie, deren halbstündige Episoden oft zur Hälfte unter Wasser spielten. Da dort Dialoge schlecht möglich waren, fungierte die Hauptfigur Mike Nelson durchgehend als Erzähler aus dem Off. Produktion
Die Serie „Sea Hunt“ wurde von United Artists Television produziert, die meisten Folgen unter der Regie von Leon Benson. David Rose komponierte die Musik, die Idee zur Serie stammt von Ivan Tors. Das Unternehmen ZIV Television Programms war an der Produktion beteiligt. Die Dreharbeiten fanden an verschiedenen Orten statt, zumeist in Florida oder der amerikanischen Westküste. Insgesamt wurden 155 Folgen produziert. Die erste Episode (Sixty feet below / Deutscher Titel: Düsenjäger) lief am 4. Januar 1958, die 155. (Round up) am 23. Sept. 1961 auf den Regionalsendern in den USA. Rund die Hälfte wurde auch in Deutschland synchronisiert und vermarktet (u. a. von der Berliner Werbefunk GmbH) und im regionalen Vorabendprogramm der ARD ausgestrahlt. Die erste Folge lief am 7. Februar 1962. 2008 erschien die Serie in den USA auf DVD. Es gibt leider nur die englischsprachigen Originalversionen. Die deutsch synchro­nisierten Fassungen lagern gewiss noch in irgendwelchen Archiven, sind aber für die Allgemeinheit nicht mehr zugänglich. Oder weiß jemand zufällig etwas anderes? Ein späterer Versuch, an den Mike-Nelson-Erfolg anzuknüpfen, war beispielsweise die 19-teilige Serie „Assignment Underwater” / deutsch: „Gefahr unter Wasser“. Deutsche Erstausstrahlung 24.04.1973. Die Story:  Der Taucher Carter Primus (Robert Brown) löst weltweit Unterwasser-Probleme. Er verfügt über etliche Geräte wie den Unterwasser-Roboter Big Kate und das Tauchboot Pegasus, die immer wieder zum Einsatz kommen. Aber dem Produzenten Ivan Tors gelang es nicht mehr, seinen einstigen Erfolg mit „Abenteuer unter Wasser“ und „Flipper“ zu wiederholen. Auch das Experiment von 1987, die alte Serie selbst neu aufzulegen – Ex-Tar­zan Ron Ely über­nahm die Rol­le von Mike Nelson, da Lloyd Bridges sich zu alt für eine Neuauflage fühlte, scheiterte. Nach nur einer Staffel wird das Remake mangels Interesses des Fernsehpublikums eingestellt.

weiter Infos: Gierschner.de


Lloyd Vernet Bridges
* 15. Januar 1913 in San Leandro, Kalifornien; † 10. März 1998 in Los Angeles, Kalifornien, war das Oberhaupt einer bekannten Schauspielerfamilie in den USA. 1938 heiratete er seine Schulliebe Dorothy Dean Simpson († Februar 2009), und sie blieben ein Paar bis zu seinem Tod. Mit Dorothy hat er zwei Söhne und eine Tochter. Beau Bridges und Jeff Bridges wurden ebenfalls Schauspieler. Sein Wunsch, Schauspieler zu werden, entstand bereits während seiner Schulzeit, als seine zukünftige Ehefrau ihn in eine Laienschauspielgruppe einführte. Obwohl sein Vater sich wünschte, der Sohn solle Jura studieren und Rechtsanwalt werden, verfolgte Lloyd Bridges das Ziel einer Schauspielkarriere. Bereits 1936 spielte der junge, gutaussehende Kalifornier in den ersten Filmen, ohne größeres Aufsehen zu erregen. In seinen Hollywood-Filmen spielte Lloyd Bridges zwar größere Nebenrollen oder Hauptrollen, konnte sich jedoch nie als einer der Top-Filmstars durchsetzen. Dennoch bleibt er mit vielen guten Nebenrollen in Erinnerung. Er spielte unter anderem in Zwölf Uhr mittags (1952) die Rolle des impulsiven und kindischen Deputy Marshal Harvey Pell neben Grace Kelly und Gary Cooper.  Erst der Durchbruch des Fernsehens machte ihn zu einem populären Schauspieler: Die Fernsehserie Abenteuer unter Wasser, in der Bridges den Taucher Mike Nelson spielte, war zwischen 1957 und 1961 eine der beliebtesten Serien im US-amerikanischen und später auch im deutschen Fernsehen.


Unser Autor:
Norbert Gierschner
Herausgeber & Verleger 
Tauchgeschichte spezial

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