RUGBY RÜCKKEHR

Sichtungslehrgang der Damen am 12./13. September 2020 oder: Das Ende des nationalen UWR-Lockdowns


Sechs Monate sind vergangen. Ein halbes Jahr, seit von heute auf morgen irgendwie alles anders war. Relativ kurzfristig hat es sich, mit nur sechs Wochen Vorlauf, einem klugen Hygienekonzept und einem Quäntchen Vitamin B, ergeben, dass die Trainerinnen der Damen-Nationalmannschaft Dr. Kati Vehlow und Heide Böhm ein erstes nationales Unterwasserrugby-Trainingslager auf die Beine stellen konnten. Insgesamt 27 Damen kamen aus allen Teilen Deutschlands nach Mannheim ins Hallenbad Seckenheim, um „einfach mal wieder Rugby zu spielen.“ Dabei sind die aktuellen Trainingsvoraussetzungen sehr unterschiedlich. Einige Vereine können schon seit einigen Wochen wieder (unter Auflagen) normal trainieren, einige können zumindest schwimmen, andere haben immer noch keinen Wasserkontakt. Die Sehnsucht ist groß und gespannt trafen alle in Mannheim ein. Mit dem obligatorischen 1,5 Meter Abstand und Alltagsmasken im Innenraum begrüßten die Trainerinnen die Spielerinnen. Eine freudige Anspannung lag in der Luft. Gespannt lauschten alle dem Plan für die beiden Trainingstage und bereits 20 Minuten vor der eigentlichen Startzeit standen alle Spielerinnen am Beckenrand und das Einschwimmen konnte beginnen. Man konnte sie fast greifen, diese Genugtuung, die Freude am Wasser und den Wunsch, wieder den Ball zu führen. Es folgten Technikübungen im Zirkeltraining und alle waren mit vollem Einsatz dabei. Man lauschte dem Feedback der Trainerinnen und beobachtete die anderen Spielerinnen, gab sich gegenseitig Tipps. Ein paar kurze Spiele, in denen die Mannschaften immer wieder gewechselt wurden, beendeten den ersten Trainingsblock. Die wenigsten Herren werden nachvollziehen können, welchen Unterschied es für uns Spielerinnen macht, nur unter Damen zu spielen. Nach einer wohlverdienten Mittagspause ging es in den zweiten Trainingsblock. In diesem wurden die Technikübungen erweitert. Und obwohl es ein langer Tag war, genossen alle die Zeit im Wasser mit dem Ball. Dies war vor allem in den darauffolgenden Spielen zu sehen, bei denen es nochmal richtig zur Sache ging. Erschöpft und müde fielen abends alle relativ früh ins Bett bzw. auf die Isomatte, da das Hygienekonzept vorsah, dass die Trainingsgruppe auch gemeinsam übernachtet, um die Kontakte so gering wie möglich zu halten – auch ohne Corona-Vorsichtsmaßnahmen eine tolle Teambuilding-Maßnahme. Am zweiten Trainingstag waren wieder alle pünktlich vor Ort und trotz erster schmerzender Körperteile merkte man, wie in den Technikübungen Erlerntes vertieft worden war und im Spiel die Umsetzung immer häufiger funktionierte. Zum Abschluss des zweitägigen Lehrgangs wurde nochmal unter Wettkampfbedingungen gespielt. Am Sonntagmittag verließen alle das Hallenbad, Blessuren wurden begutachtet und die schmerzenden Muskeln manifestierten sich. Dieser unterschwellige Schmerz, der uns allen gefehlt hat, der einem sagt „du hast was getan“, jawohl – da ist er wieder!  Allen Widrigkeiten zum Trotz ist die Sehnsucht und Lust auf das gemeinsame Spiel und der Wunsch, sich wieder national und international zu messen, immens!  Wir danken dem Trainerinnengespann, dass sie es für uns möglich gemacht haben. Danke!  Hoffentlich können wir uns bald alle wieder unter Wasser begegnen.


Unsere Autorin:
Ulrike Hora
Trainerin Damen UW-Rugby

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