DIE BLUMENINSEL

Dank milder Reisebeschränkungen konnte Madeira zuletzt als eines der ganz wenigen Tauchreiseziele weltweit einen kleinen Boom verzeichnen. Verdientermaßen. 


Steckbrief Madeira:
Wo:
Madeira, Portugal
Wann: 1. März bis 6. Januar
Warum: Vielfalt von XS bis XL, Hausriff, Wrack & Höhlen
Besonderheiten: Freediving-Kurse, Freediving- Blue Days mit Stefan Randig (26.-30. Juli 2021), UW-Foto-Workshop mit Daniel Brinckmann (4.-9. Okt. 2021).
Preis: 1 Woche Galosol Hotel im halben DZ mit Frühstück und Flug ab 659 Euro p.P.
myclimat: Frankfurt (DE), FRA nach Madeira, Hin- und Rückflug, Economy Class, ca. 5700 km, 1 Reisender kompensiert mit 24 Euro.

Tauchbasis: www.mantadiving.com, Hotels: www.galoresort.com


Sofern die Insel nicht ohnehin eine alte Liebe war, die im salzigen Atlantik einfach nicht rosten wollte, hatten unzählige Tropentaucher eine Notlösung gebucht… und einen Sehnsuchtsort gefunden. Nicht nur wegen der tiefbraunen Augen der handzahmen Zackenbarsch-Meute von Garajau, die seit 30 Jahren Taucher verzaubert, sondern wegen einer Vielfalt, die im „kahlen“ Ostatlantik die Wenigsten erwarten. Kaum dreißig Schritte trennen die Tauchbasis Manta Diving vom besten Hausriff zwischen Cornwall und Südafrika: Mehrere Leitern führen zu vier Spots, die mit pechschwarzen Lava-Steilkanten, Röhrenaal-Feldern, Höhlen und Schwärmen von Brassen, Gelb- und Goldstriemen unzählige Leckerbissen für die Augen bieten. Sepien, Oktopoden, Anemonen, Muränen mit Putzergarnelen, diverse Krustentiere und Seepferdchen sind nur einige Vertreter der für atlantische Verhältnisse überreichen Makro-Fauna. Und die Skala reicht durchaus bis XL: Neben Zackenbarschen und Jagdrudeln von Stachelmakrelen und Barrakudas gibt sich besonders im Sommerhalbjahr die portugiesische Plattfisch-Prominenz à la Stachel-, Adler- und Schmetterlingsrochen ein Stelldichein. Weil die bunte Bouillabaisse schon auf den ersten Metern selbst unbedarfte Badegäste verzückt, müssen Basisleitung Sittika und Stefan Maier ihren Notstock an Leihmasken und -schnorchel gelegentlich gar verstecken. Ihre Tauchbasis – übrigens die älteste der Insel und einzige deutschsprachige im Marinepark – kombiniert die Vorzüge einer auf Sicherheit getrimmten und perfekt geölten Maschine mit dem rustikalen Charme der alten Schule. Diese Win-Win-Kombination, Angebote vom Scooter-Verleih bis hin zu Apnoe- und Fotoworkshops (siehe Infos) und das Revier selbst haben dafür gesorgt, dass Manta Diving nicht weniger als neunmal vom Magazin tauchen zur besten Tauchbasis im Atlantik gekürt wurde. Neben den kapitalen Kuschel-Zackis von Garajau ermöglicht das 70-Meter-Schlachtschiff Afonso Cerqueira eindrucksvolle Wracktauchgänge auf zwei Etagen und entlang der von Schwarmfisch umwuselten Geschütztürme. Auch an Untiefen wie dem T-Riff oder der Baixa Santa Catarina, die stellenweise flächendeckend mit knallgelben Krustenanemonen bedeckt sind, tummeln sich oft Schwärme in tropischen Ausmaßen. Dutzende Trompetenfische und seltene Fünflinien-Schnapper wohnen hingegen im anfängerfreundlichen „Blue Hole.“ Wer angesichts so vieler Stickstoff-lastiger Verlockungen noch Energiereserven hat, sollte zumindest am letzten Tag und sonntags – dann hat Manta Diving geschlossen – mit einem Leihwagen die immergrüne Blumeninsel mit ihren imposanten Zweitausendern erkunden oder mit Walbeobachtung und Delfin-Schnorcheln einen weiteren Haken auf die Wunschliste fürs Leben setzen. Nimmt man noch die günstigen Direktflüge und die fast ganzjährige Saison hinzu, dann drängt sich die Frage schon auf: Warum in die Ferne schweifen? 

Die komplette Reise wurde von Manta Diving  finanziert.

Unser Autor: 
Daniel Brinckmann
Reisejournalist und Seminarleiter 
UW-Fotografie





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