INTERVIEW: DR. KATI VEHLOW

Seit November 2019 ist Dr. Kati Vehlow Bundestrainerin – nach 18 Jahren als Spielerin in der Nationalmannschaft, mit der sie zweimal Weltmeisterin und zweimal Europameisterin wurde, fast nebenbei auch zwölf mal Deutsche Meisterin. Darüber hinaus blickt die Trainer B-Leistungssport-Trägerin auch auf eine erfolgreiche Karriere als Finswimmerin und beim Orientierungstauchen zurück.


Seit November 2019 ist Dr. Kati Vehlow Bundestrainerin – nach 18 Jahren als Spielerin in der Nationalmannschaft, mit der sie zweimal Weltmeisterin und zweimal Europameisterin wurde, fast nebenbei auch zwölf mal Deutsche Meisterin. Darüber hinaus blickt die Trainer B-Leistungssport-Trägerin auch auf eine erfolgreiche Karriere als Finswimmerin und beim Orientierungstauchen zurück.

VDST sporttaucher: Wie hat die Damen Nationalmannschaft die fast zwei Jahre Corona-Krise bisher überstanden?

Dr. Kati Vehlow: Aktuell gibt es keine Nationalmannschaft, es gibt einen Kader, aus dem wir die nächste Mannschaft zusammenstellen. Aber wir sind natürlich trotzdem aktiv – um die interessierten Frauen zusammenzuhalten, haben wir mit den Kaderspielerinnen erstmals Lehrgänge online abgehalten, das war gewöhnungsbedürftig, hat aber gut funktioniert. Außerdem haben wir als die Hallen wegen der Lockdowns geschlossen waren, einmal die Woche gemeinsam ein online Athletiktraining absolviert. Darüber hinaus, sobald es möglich war, Trainingszeiten für Kadersportler organisiert und so mit einem eingeschränkten Teilnehmerkreis an einigen Wochenenden in Karlsruhe trainiert.

sporttaucher: Wie fühlt sich der Wechsel von der Spielerin hin zur Trainerin für Dich an?
Kati: Es ist ungewohnt, nicht mehr selber mitzuspielen und somit eingreifen zu können. Aber am schwersten ist es, den Spagat zu schaffen, ein Bestandteil der Mannschaft zu sein und doch nicht mehr Bestandteil der Mannschaft zu sein. Es sind ja noch etliche Frauen im Kader, mit denen ich selber gespielt habe.

sporttaucher:  Wer ist aktuell im Trainerstab und Mannschaftskapitän?
Kati: Unser Trainerstab besteht aus mir (Haupttrainerin), Heide Böhm (Co-Trainerin) und Bernd Reichhuber (Organisatorisches). Einen Mannschaftskapitän haben wir aktuell nicht, da es ja auch keine Mannschaft gibt. Diese wird für die bevorstehende EM 2022 erst zusammengestellt und aus dem resultierenden Kader wird dann der Mannschaftskapitän gewählt.

sporttaucher: Wie wählt ihr aktuell die Spielerinnen für den Kader der Nationalmannschaft aus? Wie kommt eine Spielerin rein, wenn ich will?
Kati: Aufgrund der Corona Situation und der damit verbundenen geringen Möglichkeit ,die Spielerinnen in Turnieren oder der Damenliga spielen zu sehen, haben wir dieses Jahr alle Mannschaften angeschrieben und um Rückmeldung gebeten, welche Spielerinnen Potential und Lust hätten, im Kader zu spielen. Die genannten Spielerinnen werden zu den nächsten Lehrgängen eingeladen, da machen wir uns ein Bild.
 
sporttaucher:  Wie setzt sich Dein „ideales“ Team zusammen?
Kati: Motivierte Spielerinnen mit Spielinstinkt, Mut zum Risiko und Vertrauen in das Spielsystem, die eigenen Fähigkeiten und die Fähigkeiten der Mitspielerinnen.

sporttaucher:  Gibt es einen Unterschied zwischen Frauen- und Männer-Rugby?
Kati: Definitiv. Frauen-Rugby lebt mehr von Technik als von Kraft. Außerdem ist der Wir-Gedanke im Spiel stärker ausgeprägt, wird aber auch gern als „Helfer-Syndrom“ bezeichnet.

sporttaucher:  Welche Ziele hast Du Dir und der Mannschaft gesetzt?
Kati: Mit Spaß und Spielwitz gewinnen.

sporttaucher:  Welche Turniere / Wettkämpfe stehen für 2022 an?
Kati: EM hoffentlich. Alles Weitere wird sich zeigen, wann und wie wir nach Corona wieder starten können.

Das Interview hat geführt:
Wolfgang Tress
UW-Rugby Trainer & Schiedsrichter








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