TRAININGSPLATZ

Seit Jahren unser Highlight im Norden – ein Kreidesee mit super Sichtweiten und perfekter Infrastruktur.


Hemmor
Wo:
50 km südöstlich von CuxhavenWarum: Tauchen bei Top-Sicht Tiefe: bis 60 m
Sicht: 10 bis 40 m (im Winter auch mehr)
Online: www.kreideseetaucher.de


In der Nähe von Bremen gibt es einen „Kalk See“ – glasklar, tief und mit Bauwerken unter Wasser, in die man rein tauchen kann“ – so wurde der Geheimtipp nördlich von Stade Mitte der Achtziger nur mündlich weiter gegeben – von „Druide zu Druide“. Auf der großen Wiese standen vereinzelt Bullis, hier und da ein Zelt und ständig knatterte irgendwo ein Kompressor. Die wenigen Taucher verliefen sich auf dem großen Gelände. Wer sich auskannte, fand auch einen Abstieg in der Nähe des Rüttlers, immer steil und oft rutschig. Es war immer besser, ein Seil für den Auf- und Abstieg am Baum zu befestigen. Alle Zugänge unter Wasser zum Rüttler waren damals noch offen – Übermut und in der Folge Unfälle führten dazu, dass dies heute nicht mehr so ist. Dann kamen die ersten Berichte und Bilder in den Tauchmagazinen und vorbei war es – mit dem Geheimtipp im hohen Norden. Heute präsentiert sich der Kreidesee Hemmoor als Top-Tauchspot mit einer professionellen Tauchbasis, mit warmen Duschen, sauberen Toiletten, befestigten Einstiegen und Füllmöglichkeiten für alle möglichen Gase – und fast immer noch mit hervorragenden Sichtweiten, besonders im Winter. Im Sommer sollen zu Spitzenzeiten über 1000 Taucher am verlängerten Wochenende ins Wasser gehen, doch auch hier sind viele von den dann immer noch guten Sichtweiten überrascht. Eingefleischte Kaltwasserfans sind manchmal erschrocken von den vielen Tauchschülern, die hier von großen Tauchschulen „durchgeschleust“ werden, erschrocken aber auch von der manchmal unpassenden Tauchausrüstung. Letztendlich ist es auch im Sommer ein Kaltwassersee. Der Andrang wundert nicht. Es gibt unendlich viel zu sehen. Neben den Überbleibseln vom Kalkabbau haben die Leute der Tauchbasis viele zusätzliche Attraktionen versenkt: ein zweimotoriges Flugzeug, eine große Röhre zum Durchtauchen, ein großes Wrack und mehrere kleinere Wracks – zwei Autowracks, Wohnwagen und vieles mehr. 

Unser Autor: 
Frank Ostheimer
Kaltwasserexperte beim VDST Redaktionsleiter des Sonderheftes




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