KAMERA LOUIS BOUTON – Quo Vadis




In Ausgabe 6/18 berichtet die Redaktion über die KLB 2018 und veröffentlicht die Siegerfotos und -fotografen. Und kritisiert eine, angesichts der Ehrung der „Deutschen Meister“ wenig festliche Veranstaltung, sowie die umstrittenen Wettbewerbsrichtlinien im VDST und der CMAS. Aufgrund unzufriedener Besucher und Sponsoren kritisiert unser Chefredakteur die „langatmige“ Vorführung der aus seiner Sicht eher enttäuschenden Videos. Die Äußerung der Jury, dass auch die Bildergebnisse nicht den Erwartungen entsprachen hat den Topf zum Überlaufen gebracht und einige VDST-Fotografen erzürnt und zu den folgenden Leserbriefen sowie der im Heft 1/19 veröffentlichten Gegendarstellung getrieben. Wir geben die Leserbriefe unkommentiert und in voller Länge weiter, erklären uns aber zur Gegendarstellung, die aus unserer Sicht nicht der Veröffentlichung in Ausgabe 6/18 entspricht. 

 

 

 

Quo vadis Kamera Louis Boutan

Der Bericht über die 35. KLB 2018 an der Traun ist eine persönliche Meinung des Jurors Dietmar Fuchs, der vom 01. bis 02.10.2018 anwesend war. Somit hat er nicht die Teilnehmer an den beiden Wettbewerbstagen an denen die Bilder und Filme entstanden, mitverfolgen können. An dem Endergebnis der nicht sehr innovativen und eher hausbackenen Aufnahmen ist nicht zu rütteln. Auch das Team der Visuellen Medien VM hat sich mehr versprochen. War es der Erfolgsstress, das kalte Fließgewässer, der wettermäßige schlechte zweite Wettbewerbstag? Man kann nur spekulieren! Auch die österreichischen Top-Fotografen haben nicht eben mit Knalleraufnahmen gepunktet. 

Ein Live-Wettbewerb ist mit einem Einsendewettbewerb nicht zu vergleichen. Da hat man Zeit was Spektakuläres auszusuchen und mit Photoshop nachzubearbeiten. Das ist beim Live-Wettbewerb nicht möglich. Die vom Sporttaucher-Chefredakteur kritisierte Wettbewerbsordnung ist nach den internationalen Vorgaben der CMAS ausgerichtet. Die Dt. Meisterschaften der UW-Foto-/Videografie sind als Vorbereitung zu internationalen Meisterschaften notwendig und mit den 5 Kategorien auch so gewollt.

Warum ist das Niveau nicht besser? Nach unserer Meinung können wir international nicht mehr ganz vorne mitspielen, da auch in der UW-Foto- und Videodisziplin nur noch der Erfolg hat, der professionell arbeitet. Die Welt- und Europameisterschaften der VM sind zum Leistungssport geworden. Da muss mit professionellen Foto-/Film- und Tauchequipment gearbeitet werden. Regelmäßige Trainings- und Technikeinheiten sind notwendig. Die Spanier, Italiener, Franzosen, Türken und Koreaner machen es uns vor. Sie treten mit einheitlicher Ausrüstung, Trainern, und Assistenten bei den Meisterschaften auf. Das geht nicht ohne finanzielle Unterstützung durch Verbände, Sponsoren und Politik. All das haben wir nicht. Wir müssen mit dem Vorlieb nehmen was wir haben und wir uns leisten können. 

Ein Vergleich mit früheren Zeiten der KLB hinkt. Diese Wettbewerbe waren bis 2007 allesamt Einsendewettbewerbe. Die attraktiven Preise kamen von Sponsoren, als diese noch Geld locker machten. Die Veranstaltungen wurden von Vereinen getragen, die sich für diese Sache begeisterten. Und meines Wissens waren alle diese Veranstaltungen nicht kostendeckend, sodass der VDST und die LV´s dies ausgeglichen haben. Auch das ist heute nicht mehr denkbar, da die Etats dies nicht mehr hergeben. Dass die Vereine und Landesverbände, wie auch der VDST-Vorstand keine (finanziellen) Risiken und Verantwortlichkeiten übernehmen wollen, sieht man auch daran, dass kein Verein oder Landesverband sich für die nächste KLB 2020 verantwortlich zur Durchführung beworben hat. Die Visuellen Medien hatten sich für die 3. CMAS-Pool-WM 2019 in Berlin beworben und auch bereits die Zusage der CMAS erhalten. Ohne Rückendeckung durch einen Verein, Landesverband oder VDST-Vorstand musste dieses Vorhaben zu den Akten gelegt werden, da eine Hand voll Privatpersonen nicht eine internationale, vom VDST ausgerichtete Weltmeisterschaft stemmen kann.

Es muss dringend darüber nachgedacht werden, ob und wie nationale und internationale Vergleiche im Bereich UW-Foto- und Videografie in Zukunft durchgeführt werden können.

Joachim Schneider

Fachbereichsleiter Visuelle Medien im  VDST

 

 

 

 

 Kein Geld nur Kosten, das Ende des Nationalkaders?

Als Teamcoach des Nationalkaders „Foto“ möchte ich zu den Berichten über die KLB im Sporttaucher 6/2018 Stellung nehmen.

Die Inhalte der gesamten Berichterstattung waren alles andere als hilfreich den Nationalkader zu fördern und destruktiv, um auch Nachwuchsfotografen zu finden. Mitglieder im Nationalkader überlegen sich, zum Teil auch schon geschehen, aus dem Kader auszutreten, da sie sich persönlich angegriffen fühlen. Ich kann dies gut Verstehen, da ich selbst jahrelang Mitglied im Nationalkader „Foto“ war. Bemerkungen wie „…fällt den Fotografen nichts mehr ein“ stellen jeden Teilnehmer an den Pranger.

Dem Fachbereich Visuelle Medien fehlt es an finanzieller Unterstützung für Ausbildung, Seminare und Workshops, um das hohe Niveau, dass vor allem die Südländer bei internationalen Wettbewerben zeigen, mithalten zu können.

Die Wettbewerbsteilnehmer investieren bei solchen Veranstaltungen sehr viel Zeit und Geld, welches sie auch aus eigener Tasche zahlen. 

Bei einem Live-Wettbewerb „Foto“ darf jeder Teilnehmer 100 Fotos abgeben, bei zwei Tauchgängen pro Tag mit jeweils 90 Minuten Tauchzeit. Da steht jeder Teilnehmer unter Druck, die 5 vorgege-benen Kategorien zu erfüllen. An der Traun wurde dann noch während des Wettbewerbs eine zusätzliche Kategorie hinzugefügt, so etwas trägt nur zur Verunsicherung der Teilnehmer bei. 

Selbstverständlich können wir Wettbewerbe nach irgendwelchen Regeln ausüben und alles ist erlaubt, zum Beispiel auch Gegenstände mit ins Wasser nehmen, welche nicht ins Wasser gehören. Der VDST setzt Schwerpunkte auf umweltgerechtes Tauchen, wenn aber alle Wettbewerbs-teilnehmer „Dekorationen“ mit ins natürliche Gewässer nehmen, hat dies nichts mehr mit „umweltgerecht“ zu tun. 

Es ist auch nicht vorteilhaft, wenn wir unsere eigenen Wettbewerbsregeln erstellen. Bei internationalen Wettkämpfen, müssen wir uns strikt an die weltweit bekannten und akzeptierten CMAS-Wettbewerbsregeln halten. Sollte die CMAS die Wettbewerbsregeln irgendwann ändern, was zur Zeit nicht der Fall ist, können wir uns gerne darüber austauschen. Deshalb finde ich es seitens der Sporttaucher-Redaktion unfair, wenn man schon die starren CMAS-Regeln erwähnt, den Teilnehmern ein schlechtes Zeugnis auszustellen.

Bei der Gelegenheit nehme ich auch einmal den Nationalkader „Video“ in Schutz. Es sollen doch bitte alle die gemeint haben, es wurden keine guten Videos erstellt, einen Videofilm in zwei Tagen drehen, schneiden und vertonen. Auch die Videografen haben bei den Wettkämpfen nicht mehr Zeit als die Fotografen.

Sollte es für den Fachbereich Visuelle Medien irgendwann einmal etwas mehr Geld geben, könnte auch in die Weiterbildung des Nationalkaders investiert werden.

Vielleicht ist dann die Redaktion des Sporttauchers wieder zufriedener.

Margit Sablowski

Teamcoach Nationalkader „Foto“

 

 

Schuldig oder unschuldig?


als einer der „Schuldigen“ der endlosen und langweiligen Präsentation der Filme im Rahmen der diesjährigen KLB möchte ich auf diesem Weg auf den in meinen Augen abwertenden Artikel und die zum Teil herablassende Wortwahl der „Redaktion“ antworten.
Der Sinn eines Events wie dem an der Traun, liegt im direkten Wettstreit unter fairen Bedingungen. Es geht nicht um das nächste Titelbild irgendeines Magazins, sondern darum, unter identischen Voraussetzungen das bestmögliche Ergebnis zu produzieren. Zeitdruck, schlechtes Wetter, eventuelle Technikprobleme – all‘ das muss der Teilnehmer in diesen zwei Tagen kompensieren. Die Organisatoren sind viele Wochen damit beschäftigt, den Wettbewerb vorzubereiten und haben dabei wahrscheinlich genau soviel Stress wie die Teilnehmer. Alle machen das alles in ihrer Freizeit oder opfern dafür Urlaubstage, jeder hat nebenbei auch einen Beruf und eine Familie und muss das alles irgendwie unter einen Hut bringen. 
Natürlich ist es einfacher, im Urlaub ausgeschlafen und nach einem entspannten Frühstück, bei besten Bedingungen und an einem für diesen Tag passenden Tauchspot, in aller Ruhe ein bisschen zu knipsen – und mit etwas Glück gelingt dann nach mehreren hundert Auslösungen auch genau das Foto, dass es auf‘s nächste Titelbild schafft. 
Das ist aber nicht die KLB, Wettbewerbe für „Hochglanzfotos“ gibt es ausserhalb des Sporttauchens inzwischen zur Genüge. 
Man sollte sich also mal überlegen, dass mit so formulierten Beiträgen irgendwann auch noch die letzten verbliebenen Wettbewerbsfotografen und Filmer vergrault werden und sich über kurz oder lang kaum jemand bereit erklären wird, künftige Wettbewerbe zu organisieren. Ich denke, dass solche Gedanken beim schreiben eines Artikels eine Rolle spielen müssen und die erzielten Ergebnisse auch dementsprechend bewertet werden sollten.

Und damit ich keinen zweiten „Leserbrief“ schreiben muss, komme ich auch gleich zu meinem zweiten Anliegen: In den letzten Ausgaben hatte ich des öfteren das Gefühl, das sich der VDST künftig auch um die Modellflieger bemüht – es werden Drohnen getestet (05/2017), Rabattangebote für Drohnen offeriert (06/2017) oder ganzseitige Anzeigen eines Drohnenanbieters (01/2018) geschalten. Dann wieder getestet (05/2018) und zur Abwechslung auch noch verglichen (06/2018).
Drohnentests haben im Mitgliedermagazin eines Tauchsportverbandes etwa genauso viel zu suchen, wie Fahrberichte grosser Geländewagen in der Zeitschrift des ADFC. Auch wenn es da geringe Schnittmengen gibt, glaube ich kaum, dass man in den einschlägigen Modellfliegerzeitungen Testberichte über Atemregler oder Tauchcomputer für die tauchenden Drohnenpiloten findet. Das ist ganz billige Werbung, denn wenn es um eine objektive Berichterstattung zum Thema Drohnen gehen würde, müsste man auch mal über Geräte jenseits des DJI Universums schreiben. 
Was mich aber wirklich ärgert, ist ein Satz im letzten Artikel über die „heimliche Liebe“ der Redaktion – eventuelle Kritik wird schon im Vorfeld mit dem Satz „Und wem das nicht passt, der braucht nicht weiterzulesen.“, abgewiesen. Geht‘s noch? Eine derart überhebliche Einstellung passt in meinen Augen nicht zur Position eines verantwortlichen Chefredakteurs.
Ich hoffe, dass es dieser Brief zumindest auszugsweise in die nächste Ausgabe schafft.


Mit tauchsportlichem Gruss

Matthias Harendt

Direktmitglied

 

 

Anfänger-Jury?

Und damit jeder weiß wer es sich erlaubt hat, die Fotos der deutschen Nationalmannschaft zu kritisieren (positiv wie negativ!)

Hier noch einmal die Jury der KLB 2018:

 

Die Jury der KLB 2018 (life Wettbewerb und „Match Play“)

Gerald Nowak

Professioneller Reportagefotograf, ehem. Wettbewerbsfotograf, Autor unzähliger Reisereportagen in Tauchsport-Fachmagazinen. Workshopleiter diverser Fotoworkshops und-reisen

 

Harald Hois

Veranstalter von Fotoworkshops und (life) Fotowettbewerben wie den „Fotodays“ am Attersee (A), professioneller Reportagefotograf, ehem. Wettbewerbsfotograf, Autor unzähliger Reisereportagen in Tauchsport-Fachmagazinen, Workshopleiter diverser Fotoworkshops und-reisen

  

 Herbert Frei

Professioneller Reportagefotograf, ehem. Wettbewerbsfotograf, Autor unzähliger Reisereportagen in Tauchsport-Fachmagazinen. Autor mehrerer Fotobücher, auch die des VDST. Author der VDST-sporttaucher Artikelserie „Frei fotografiert“, Workshopleiter diverser Fotoworkshops und-reisen

 

Werner Thiele

Reiseveranstalter von Fotoreisen und Fotoworkshops, ehem. Mitglied der Österreichischen Foto-Nationalmannschaft, professioneller Reportagefotograf, Autor unzähliger Reisereportagen in Tauchsport-Fachmagazinen, Workshopleiter diverser Fotoworkshops und-reisen

 

Dietmar W. Fuchs

Chefredakteur seit 1988, unter anderem unterwasser und VDST-sporttaucher. Veranstalter mehrerer „Fotosub“ life-Fotowettbewerbe national und international. Herausgeber des internationalen Fotokunst-Magazins Edition Fifty Fathoms. Leiter der Jury des renommierten Festivals d’Image in Antibes/Marseille, Video-Workshopleiter mit JVC/Sony/Apple im Aldiana-Fuerteventura

 

 

 

 

 

Gegendarstellungen

Und hier noch einmal die in Ausgabe 1/19 abgedruckte Gegendarstellung and die Meinung der Redaktion dazu:

 

Gegendarstellung zum Bericht KLB 2018 im Sporttaucher 6/18

Der Bericht im Sporttaucher zur KLB 2018 an der Traun gibt unserer Ansicht nach nur die persönliche Meinung des Autors wieder und ist sachlich nicht korrekt.

Es werden der Einsende- und Live-Wettbewerb miteinander vermischt. Man hat das Gefühl, dass der Autor überhaupt nicht vor Ort war. Die Schwierigkeiten eines Live-Wettbewerbes werden nicht erörtert. Im Live-Wettbewerb ist keine nachträgliche Bildbearbeitung mit dem Computer zulässig. Hier spektakuläre Bilder, wie im Einsendewettbewerb zu erwarten, ist doch etwas übertrieben. Jeder, der schon einmal Teilnehmer eines Live-Wettbewerbes war, weiß um die Schwierigkeiten, die dort herrschen. Ein Fließgewässer wie die Traun liegt nun mal nicht in den Tropen oder im Schwimmbad. Es ist kalt, die Sonne scheint im Oktober nicht den ganzen Tag und nicht mehr überall hin. Von den teilweise gefährlichen Ein- und Ausstiegen mit Tauchausrüstung und Kameras mal abgesehen. 

Teilnehmer investieren viel Geld und Zeit in so einen Wettbewerb, nur um nachher im Sporttaucher zu lesen, dass doch mehr an Kreativität und Innovation erwartet werden. Hier greift auch die Wettbewerbsordnung der CMAS ein und beschränkt doch viele Möglichkeiten kreativ und innovativ zu sein ein. Zum Beispiel keine Deko oder ähnliche Gegenstände im natürlichen Gewässer zu benutzen. Die Länge des Tauchgangs und die Anzahl der Tauchgänge sind ebenso vorgeschrieben. Natürlich war alles schon mal da. Das ist normal in der langen Zeit der Unterwasserfotografie.  

Wenn man sich unter diesen Bedingungen die Ergebnisse anschaut, die Foto und Videografen mit ihren Models und Assistenten erstellt haben, ist die Kritik hier unangebracht und nicht nachvollziehbar. Auch nicht nachvollziehbar ist die Aussage, dass die Videos enttäuschend sind. Die Videofilmer haben sich auch an Vorgaben für ihre Filme zu halten, was Länge und Thema betrifft. 

Wofür war der Autor überhaupt vor Ort? Zur Unterstützung der Firma Olympus, die hier hochgelobt wird und mit Modell und Preis genannt wird? Man fragt sich, was will der Sporttaucher erreichen? Hier wird dem Leser auf Kosten der Teilnehmer eine Empfehlung für ein Produkt gegeben. Für ein Verbandsmagazin ist das ein Unding und nicht in Ordnung. 

Mit den von der Redaktion ausgelobten und hervorgehobenen Bildern zweifelt die Redaktion das Urteilsvermögen der Jury an. Hiermit wird eine Wertung der Bilder mit eigenen Regeln vorgenommen. 

Das der vom Autor gewünschte und vermisste würdige Rahmen der Veranstaltung nicht gegeben ist, liegt wohl schlicht und ergreifend an der fehlenden finanziellen Unterstützung durch den Verband  und Sponsoren. Wobei hier die Unterstützung von Franz Pramendorfer und den beteiligten Sponsoren ausgenommen ist. Denn das war vorbildlich. Hier noch einmal Danke dafür.

Fazit: Die Organisation und Durchführung einer Deutschen Meisterschaft ist mit hohem Arbeitsaufwand verbunden und sehr zeitintensiv. Die Teilnahme an der KLB ist die Chance für Foto- und Videografen sich einen Platz im Nationalkader zu erkämpfen, mit der Hoffnung  Deutschland und den VDST bei internationalen Meisterschaften vertreten zu dürfen. Dies wird überwiegend aus der eigenen Tasche bezahlt. Alles ehrenamtlich und mit Herzblut! Weder Nachwuchsfotografen noch Unterstützer erreicht man mit dieser Berichterstattung. Für die Zukunft erwarten wir eine Berichterstattung, die sich an den Anforderungen und tatsächlichen Gegebenheiten einer solchen Veranstaltung orientiert.

Peter und Helma Schultes mit Peter Borsch, Peter Brewig, Bernhardt Conrad, Marcel Einig, Matthias Harendt, Carsten Leidenroth, Doreen und Olaf Reinhardt, Margit und Nick Sablowski, Joachim Schneider, Karl-Heinz Schneider, Peter Sutter, Michael Thiel, Claudia Weber-Gebert, Willi Westermann 

 

 

 

Liebe Helma und Peter Schultes und alle Unterzeichner,

machen wir es kurz und widmen uns danach besser gemeinsam einer Lösung des Problems der Visuellen Medien nach fehlender Anerkennung, Unterstützung, Berichterstattung und Sponsoren.

Ihr schreibt: Es werden der Einsende- und Live-Wettbewerb miteinander vermischt.

Das kann ich nicht feststellen. Die Gewinner aller drei unabhängigen Wettbewerbe innerhalb der KLB wurden auf drei getrennten Doppelseiten veröffentlicht.

Ihr schreibt: Die Schwierigkeiten eines Live-Wettbewerbes werden nicht erörtert. Im Live-Wettbewerb ist keine nachträgliche Bildbearbeitung mit dem Computer zulässig. Hier spektakuläre Bilder, wie im Einsendewettbewerb zu erwarten, ist doch etwas übertrieben.

Als Ausrichter mehrerer Life-Wettbewerbe der Zeitschrift unterwasser ist mir das Prozedere durchaus bekannt. Als international erprobter Juror ist es nicht das erste mal, dass ich Bilder kritisiere. Manchmal negativ aber immer auch positiv (siehe Titelbildauswahl und Editor’s Choice). So ist das nun einmal bei einem Wettbewerb., Es gibt Verlierer und Gewinner. Nur weil es mal schwierig wird sind nicht alle Bilder auch gut! Es wurden keine spektakulären Fotos erwartet, wohl aber kreativere!

Ihr schreibt: Teilnehmer investieren viel Geld und Zeit in so einen Wettbewerb, nur um nachher im Sporttaucher zu lesen, dass doch mehr an Kreativität und Innovation erwartet werden

Jeder UW-Fotograf investiert viel Zeit und Geld. So etwas nennt man Hobby. Immerhin wurden unter den 14 Teilnehmern (laut VM) des Life Wettbewerbs Preise im Wert von gut 15.000 Euro ausgelobt. Im Schnitt also ein Tausender pro Teilnehmer! Man kann meine Kritik aber auch durchaus positiv sehen, denn gute Fotos verwende ich gern im Heft und diese werden dann selbstverständlich ebenfalls honoriert – aktuell übrigens vergleichbar mit der Honorierung kommerzieller Tauchmagazine. Nur muss man den Mumm haben, mir Fotos zu präsentieren und auch mal einen negativen Kommentar einer Redaktion akzeptieren.

Ihr schreibt: Wenn man sich unter diesen Bedingungen die Ergebnisse anschaut, die Foto und Videografen mit ihren Models und Assistenten erstellt haben, ist die Kritik hier unangebracht und nicht nachvollziehbar.

Das hat die Jury halt anders gesehen und ganz nebenbei: etliche Besucher der Abendveranstaltung und vor allem die Sponsoren auch!

Ihr schreibt: Auch nicht nachvollziehbar ist die Aussage, dass die Videos enttäuschend sind. Die Videofilmer haben sich auch an Vorgaben für ihre Filme zu halten, was Länge und Thema betrifft.

Sorry, aber für mich gibt es noch andere, wichtigere Kriterien als Thema und Länge.

Ihr schreibt: Mit den von der Redaktion ausgelobten und hervorgehobenen Bildern zweifelt die Redaktion das Urteilsvermögen der Jury an.

Das verstehe ich jetzt nicht. Ich habe mir erlaubt „mein“ Lieblingsfoto aus der nicht offiziellen „Schnappschuss“ Kategorie auszusuchen und habe es klar als „Editor’s Choice“ gekennzeichnet. Dass „Best of the Show“ war eine Entscheidung der gesamten Jury und das Aufmacherbild zum Einsendewettbewerb war ebenfalls ein ausgewähltes Foto der Jury (bei der ich übrigens nicht dabei war und deshalb auch wenig vermischen konnte). Im übrigen darf natürlich jeder mein Urteilsvermögen anzweifeln. Das das nur selten geschieht beweisen meine vielen Einladungen als Juror, auch z.B. als Vorsitzender der internationalen Jury von Antibes.

Ihr schreibt: Das der vom Autor gewünschte und vermisste würdige Rahmen der Veranstaltung nicht gegeben ist, liegt wohl schlicht und ergreifend an der fehlenden finanziellen Unterstützung

Dem widerspreche ich nicht, aber es liegt doch im Aufgabenbereich des Fachabteilungsleiters diesen Umstand zu ändern, zum Beispiel dadurch die hervorragenden Ergebnisse seines Nationalteams bei nationalen und internationalen Wettkämpfen auch außerhalb des VDST – da wo die Sponsoren sitzen – öffentlich zu machen.  Wenigstens aber die „ausgezeichneten“ Bilder der Nationalmannschaft unserem Verbandsmagazin zur Verfügung zu stellen. Das aber wird, wie auch jetzt wieder geschehen schlichtweg boykottiert. Außer von Thomas Lüken, Konstantin Killer und Ludwig Migl habe ich von der Nationalmannschaft des VDST noch nicht viel oder gar nichts zu sehen bekommen. Und weil ihr auch außerhalb des VDST mit Eurer Fotografie nicht in Erscheinung tretet, müsst ihr Euch nicht wundern, wenn ihr kaum Sponsoren findet oder der Verband Eure Reisen nicht so bezuschusst wie ihr es Euch wünscht.

Ihr schreibt: Die Organisation und Durchführung einer Deutschen Meisterschaft ist mit hohem Arbeitsaufwand verbunden und sehr zeitintensiv. 

Das wird doch überhaupt nicht aberkannt, obwohl im vorliegenden Fall die meiste Arbeit von Franz Pramendorfer und seinem Team geleistet wurde, dem ich von Seiten des VDST an dieser Stelle ebenfalls und mit Nachdruck meinen Dank ausspreche! Franz und sein Team haben auch die redaktionelle Vorberichterstattung zur KLB im VDSTsporttaucher tatkräftig unterstützt und die Kosten dafür hat mein Fachbereich (sehr gern) übernommen!

Ihr schreibt: Alles ehrenamtlich und mit Herzblut!

So wie in jedem VDST-Fachbereich und wie jeder VDST-sporttaucher dank seiner vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter alle zwei Monate erscheint! Unsere Ausbilder die tausende von Mitgliedern motivieren, bessere und sichere Taucher zu werden, unsere Leistungssportler die täglich! hart trainieren. Und es gibt genügend Wettkampfsportler wie unsere UW-Hockey-Damen oder unsere Apnoisten, die alles aus eigener Tasche zahlen aber sich in der Öffentlichkeit deutlich besser präsentieren als die Foto/Video-Nationalmannschaft. Ehrenamtlich und mit Herzblut aber ohne Gejammer.

Ihr schreibt: Für die Zukunft erwarten wir eine Berichterstattung, die sich an den Anforderungen und tatsächlichen Gegebenheiten einer solchen Veranstaltung orientiert.

Auch in Zukunft wird die Berichterstattung im VDST-sporttaucher so objektiv wie möglich sein und sich nicht an Erwartungshaltungen ausrichten lassen!

 

 

Und auch wenn es hier nicht hingehört, die ewige Leier einer bestechlichen Redaktion muss anscheinend abermals richtig gestellt werden:

Ihr schreibt: Wofür war der Autor überhaupt vor Ort? Zur Unterstützung der Firma Olympus, die hier hochgelobt wird und mit Modell und Preis genannt wird? Man fragt sich, was will der Sporttaucher erreichen? Hier wird dem Leser auf Kosten der Teilnehmer eine Empfehlung für ein Produkt gegeben. Für ein Verbandsmagazin ist das ein Unding und nicht in Ordnung.

Nun, die Firma Olympus wird vom Jury Mitglied Herbert Frei, einem der wohl renommiertesten Autoren der UW-Szene mit Modell und Preis genannt, nicht vom Autor. Kommentare die mit den Namen des Autoren gekennzeichnet sind, haben nichts mit der Redaktion zu tun. Aber gern stelle ich mich hier zu 100 Prozent hinter Herbert und lobe die TG5 als herausragende Kompaktkamera. Einem Fotowerkzeug mit der ihr, unsere Nationalmannschaft, laut Jury „überlegenere“ Bilder gemacht habt, als mit Eurer komplexen „Profiausrüstung“. Nochmal: das ist ein Zitat der Jury, spiegelt aber tatsächlich auch meine Meinung wieder.

Ich habe allerdings die Namen und Preise der anderen Produkte genannt–weil es Eure Sponsoren waren und es sich einfach gehört, dass man die Preise, die ihr Euch „verdient“ habt, auch erwähnt!

 

 

 

 

 Wie geht es weiter:

Liebe Unterzeichner. Mittlerweile habe ich mit einigen von Euch telefoniert und einige von Euch haben sich ausgiebig Zeit genommen, mit mir die Probleme zu diskutieren. Aber natürlich auch Sponsoren wie Seacam, UK-Germany und Waterworld sowie Fotografen wie Herbert Frei, Gerald Nowak, Thomas Lüken, Konstantin Killer, Mark Hillesheim, Tobias Friedrich, Werner Thiele und Harald Hois um nur einige der Protagonisten der deutschsprachigen  UW-Fotoszene zu nennen.

Ich gebe zu, dass ich vielleicht etwas zu viel erwartet habe und das ich das aktuelle Deutsche Nationalteam nicht mit den besten Fotografen der Welt vergleichen sollte. Obwohl ich der Meinung bin, und das habe ich auch im Artikel geschrieben, dass unsere Nationalmannschaft in Sachen Süßwasser zu den besten der Welt zählt!

 

Hier sind meine Vorschläge, die ich mit dem Fachbereich Visuelle Medien, dem VDST-Vorstand aber gern auch mit allen VDST-Mitgliedern diskutiere, denn unsere Mitglieder sind der VDST und ich bin mir sicher, dass es immer noch genügend Interessenten an der UW-Fotografie in unseren Reihen  gibt.

 

Punkt 1

Ich plädiere dafür das die Fachbereiche VDSTsporttaucher und Visuelle Medien zusammengelegt werden damit eine Zusammenarbeit optimal funktioniert.

Dann kann ich mein eingespartes Budget den Visuellen Medien überlassen und wir können gemeinsam spannende und lukrative Foto-Wettbewerbe ausschreiben und der VDSTsporttaucher Life-Fotosub auf Bonaire (siehe Seite 77 im Heft 1/19) könnte unsere erste gemeinsame Zusammenarbeit darstellen.

Gern werde ich weiterhin für den VDSTsporttaucher verantwortlich sein und zusammen mit Oliver Jung (Fachbereichsleiter Visuelle Medien in NRW) die Fotowettbewerbe ausschreiben und organisieren, mich um Sponsoren kümmern und die Bilder unserer besten Fotografen im In- und Ausland veröffentlichen.

 

Punkt 2

Unsere Fotografen sollten sich in nationalen und internationalen Fotowettbewerben beweisen und dabei Punkte sammeln können. Aus den Top-Ten dieser dann automatisch weltweit bekannten Fotoelite wird, ein aus und von dieser Gruppe gewählter „Kapitän“, entscheiden, wer auf Life-Wettbewerbe geschickt wird. Dazu wird es Workshops geben, wie man unter Wettbewerbsbedingungen fotografiert und gern auch Ausscheidungswettkämpfe, wenn es der Kapitän der Nationalmannschaft für richtig hält!

Das Budget dafür kann auch wieder vom VDSTsporttaucher kommen, wenn das Team im Gegenzug Artikel aus diesen Workshops und Wettkämpfen für unseren VDSTsporttaucher zusammenstellt und dabei gern die nützlichen und hilfreichen Produkte unserer Sponsoren vorstellt. Dann ist allen geholfen. Die Teilnehmer müssen nicht alles aus eigenen Tasche zahlen, der VDSTsporttaucher bekommt die nötigen Artikel/Informationen und die Sponsoren tolle Fotos mit der zur Verfügung gestellten Ausrüstung.

 

Punkt 3

Die relativ neu eingeführten Foto/Video-Wettbewerbe Kompaktfoto-Cup und Action-Cup könnten deutlich aufgewertet und in einer höheren Frequenz (sechs mal pro Jahr) in jeder Ausgabe des VDSTsporttaucher erscheinen. Ausschreibung und Präsentation der Sieger. Auch Preise können mit Unterstützung der Anzeigenkunden im VDSTsporttaucher erfolgen. Zusammen würden beide „Einsteiger-Wettbewerbe“ viele neue Interessenten in den Fachbereich „Visuelle Medien“ spülen und der VDSTsporttaucher würde sich zum echten „Mitmachen-Magazin“ entwickeln.

 

Punkt 4

Wegen der „unsinnigen“ Wettbewerbsrichtlinien habe ich schon im November mit der Präsidentin der CMAS gesprochen und der Fachbereich Visuelle Medien kann sofort mit Vorschlägen bei der CMAS vorstellig werfen. Der neue Leiter der Fotosparte der CMAS sieht die selben Probleme wie ich und damit kann es eigentlich nur besser werden – aber es muss auch angepackt werden! 

 

Punkt 5

Unsere aktuellen Fotobrevets für Taucher wie für Instruktoren finde ich teils mehr als überholt (und die CMAS auch). Hier sehe ich unbedingt Handlungsbedarf seitens des VM-Fachbereichs und Angesicht des dramatischen Desinteresses an dieser Art der Foto/Video-Aus- und Weiterbildung.

Im Gegenzug würde ich modern gestaltete Workshops verbunden mit Urlaubsreisen anbieten. Das geht gemeinsam mit dem VDSTsporttaucher auch ohne ein striktes Regularium. Hauptsache wir haben Spass!

 

Und noch einmal zur Erinnerung: dies sind Vorschläge und selbstverständlich freue ich mich über Eure diesbezügliche Kritik und bin mir sicher, das wir gemeinsam ein tolles Programm für unsere Mitglieder entwickeln können.

So wie sich der Fachbereich aktuell präsentiert finde ich persönlich ihn inakzeptabel und biete deshalb meine konstruktive Unterstützung an.

Das ist meine Meinung. Ich freu mich auf Eure und die unserer fotoaffinen Mitglieder

4 Gedanken zu „KAMERA LOUIS BOUTON – Quo Vadis

  • 5. Januar 2019 um 21:40
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    Ganz auf die Schnelle:
    Oliver Jung ist nicht Teil der Nationalmannschaft, sondern Fachbereichsleiter Visuelle Medien im Tauchsportverband NRW. Als solcher unterstütze ich die Video- und Fotografen bei ihrem Ziel ansprechnde Bilder und Filme zu machen, die Einblick in die Welt unter Wasser geben – bei normalen Tauchgängen oder im Wettbewerb. Meinen Komentar zu den oben genannten Vorgängen habe ich bereits zukommen lassen, in dem ich eine interne, konstruktive Auseinandersetzung befürworte.

    Antwort
  • 10. Januar 2019 um 20:49
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    Lieber Dietmar,
    es ist schon fazinierend wie der aktuelle Umgang im VDST, sich in der Außendarstellung präsentiert. Ein Vorstandsmitglied kritisiert mal eben seinen Kollegen aus einen anderen Fachbereich, die aktiven Sportler und die Ausbilder in den Landesverbänden da so gut wie alles schlecht ist und aus Sicht des Kritikers nicht optimal läuft.
    Bei den aufgezeigten „Verbesserungen“ stellen sich mir allerdings diverse Fragen/Ungereimtheiten.

    Liest man sich die Punkte durch könnte auch folgender Eindruck entstehen. Es kommt nur darauf an „schöne“ Bilder für den Sporttaucher zu bekommen „und die Sponsoren tolle Fotos mit der zur Verfügung gestellten Ausrüstung“. Es werden tolle Reisen gemacht und alle haben Spass…….

    Zusätzlich reduzieren wir Video auf Actioncams – freue mich jetzt schon auf Europa- oder Weltmeisterschaften mit der Actioncam, wenn andere Verbände mit professionellen Videografen anreisen…….Sonst kommt der Bereich Video (immerhin die erfolgreichste Sparte der VM der letzten Jahre) in den Überlegungen nicht weiter vor.

    Sicherlich gibt es immer Optimierungsbedarf und es können immer mehrere Meinungen zu Regeln und Entscheidungen vorliegen. Es stellt sich mir aber die Frage wem die aufgezeigten Vorschläge letztendlich dienen.

    Für konstruktive Gespräche stelle ich mich an den Wochenende der Boot gerne zur Verfügung.

    Viele Grüße
    Frank

    Antwort
  • 16. Januar 2019 um 19:35
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    Hallo Allerseits – meine Meinung steht im obigen Leserbrief und daran hat sich bis heute nichts geändert, sowohl die Art und Weise, als auch die Wortwahl waren alles andere als angemessen und haben eher dazu geführt, dass sich die Fronten verhärten, als konstruktive Lösungsansätze zu bieten. Verweise auf die Filme von z. B. Florian Fischer oder Julie Gautier zeugen in meinen Augen bereits von einem gewissen „Realitätsverlust“ und helfen uns kein bisschen. Das sind hervorragende Filme, ohne Frage, aber diese Leute machen das beruflich, die Dreharbeiten dauern oft Wochen und sie werden zusätzlich von einem großen Team von Spezialisten (Skript, Ton, Licht, Maske, Logistik, Schnitt usw.) unterstützt – alles Voraussetzungen, die zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise mit den uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten oder den Bedingungen eines Live-Wettbewerbes vergleichbar sind. Wir machen das i. d. R. neben unserem normalen Beruf, haben keine Sponsoren und opfern unseren Urlaub. Wir haben keine Back-Ups bei technischen Problemen, können uns das Wetter vor Ort nicht aussuchen und stehen dabei ständig unter Zeitdruck. Ich kann nicht erkennen, wie die o. a. fünf Punkte zu einer Besserung des aktuellen Zustandes führen können und kann mir auch nicht vorstellen, dass wir mit dem Wunsch nach einem geänderten Regelwerk international Gehör finden, bzw. eine solche Änderung bei uns irgendwelche Probleme löst. Ich stimme Frank komplett zu, es sieht eher danach aus, dass man lustige Reisen veranstaltet und dabei bunte Bilder für den Sporttaucher knipsen soll.

    Die VM fristen (leider) ein Nischendasein, denn Foto- oder Videowettbewerbe sind längst nicht so „spektakulär“ wie der Kampf Mann gegen Mann um einen kleinen Ball oder das Wettschwimmen mit übergroßen Flossen im nett gekachelten Hallenbad … bei uns guckt mal einer kurz auf’s Ergebnis und hat keinerlei Vorstellung davon, wie der Weg bis dahin aussieht. Ich sag’s mal wie es ist: es gibt Fachbereiche die „schwimmen“ im Geld und können ihren Mitgliedern von der Ausrüstung bis zum Trainingslager eine entsprechende Unterstützung bieten … und es gibt Fachbereiche, die mit wesentlich weniger zurechtkommen müssen. Es ist kein Zufall, dass die Spanier oder Italiener in der Unterwasserfotografie genau das sind, was wir Deutschen bei den Flossenschwimmern. Ein guter Ansatz wäre es daher schonmal, wenn man hier national für etwas mehr Gerechtigkeit sorgen würde – ich bin mir sicher, dass es im VDST mindestens genau so viele fotografierende Taucher wie Flossenschwimmer gibt.

    Noch eine Bemerkung zu den Action- und Kompaktkameras: niemand wird mit so einer Ausrüstung irgendwo hingeschickt, das ist nicht das Ziel, aber Unterwasser- Film- und Foto kostet ab einem bestimmten Niveau auch richtig Geld … viel Geld. Eine Action- oder Kompaktkamera ist in der Anschaffung mit überschaubaren Aufwendungen verbunden und mit der Organisation von Events für eben genau diese Mitglieder soll es gelingen, sie für das Thema zu begeistern, denn oft kommt der Appetit erst beim essen. Es ist nahezu unwahrscheinlich, dass ein Einsteiger einen 5-stelligen Euro-Betrag in die Hand nimmt, um mal eben Unterwasserfilme zu machen – ich kenne aber einige Leute, die irgendwann mit einer Actioncam angefangen haben, ihr Niveau stetig verbessert haben und inzwischen mit einer Alpha 7 III oder GH 5 unterwegs sind. Insofern bin ich ein absoluter Befürworter für solche Einsteigerwettbewerbe, aber eben losgelöst von internationalen Vergleichen oder der KLB … und hier gern auch mit anderen Regeln.

    Beste Grüße
    Matthias

    Antwort
  • 17. Januar 2019 um 19:56
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    Ergänzung zu dem, was Joachim Schneider u.a. sehr deutlich ansprach (kein Verein und kein LV hat sich um die KLB 2020 beworben) und zu dem, was Matthias Harendt so diplomatisch anspricht (die finanzielle Unterstützung des Fachbereichs Visuelle Medien). Deshalb an dieser Stelle ein paar klare Worte: 2016, nach der KLB in Herborn, habe ich als Foto/Video-Verantwortlicher des Landesverbandes Sachsen beim Präsidenten des LVS schriftlich auf die mögliche und gewünschte Durchführung der KLB 2020 in den sogenannten „mitteldeutschen Landesverbänden“ hingewiesen und eine Positionierung dazu verlangt. Als mitteldeutsche LV`s bezeichnet man gerne Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und fälschlicherweise auch Brandenburg. Die Präsidenten dieser 4 LV`s wurden im Sporttaucher vom Januar-2018 mit Bild als „Die fantastischen Vier“ vorgestellt und ihre gute Zusammenarbeit gerühmt. Bis zum Frühjahr 2018 hat sich aber zumindest bezüglich der KLB 2020 nichts getan. Auf eine erneute Ansprache von mir, anläßlich der Messe „Beach&Boat 2018“ in Leipzig gab es zwar verständnisvolles Nicken zum Problem, aber sonst nichts. Zur Mitgliederversammlung des VDST im November in Potsdam wurden dann die 4 Verbandspräsidenten auf Grund meiner Initiative (schon fast gewaltsam) zu einem Gespräch mit Joachim Schneider genötigt und es gab eine Absichtserklärung zum Austragungsort Helene-See. Das hat jedoch mit der gerühmten Zusammenarbeit nichts zu tun, das ist einfach nur beschämend. Überhaupt ist das Thema „Unterstützung der visuellen Medien“ im Allgemeinen ist in einigen Landesverbänden ein Stiefkind und die finanzielle Unterstützung im Besonderen. In Sachsen wird vieles nur dem Leistungssport nachgeordnet. Das es auch „normale Taucher“ und eben auch Fotografen gibt, das wird mehr oder weniger nur statistisch gesehen. Auch der VDST geht meines Erachtens nach den falschen Weg, wenn nur der Leistungssport mit Geld überhäuft wird und die Foto- und Videografen das meiste aus der eigenen Tasche bezahlen müssen. Es mag ja sein, dass die Wettbewerbe der visuellen Medien nicht so spektakulär sind, wie der von Matthias oben erwähnte „Kampf Mann gegen Mann“. Doch Fotos und Videos haben einen breiteren Wirkungskreis, sind langlebig und dadurch auch nach Jahren noch interessant und vorzeigbar. Wettkampflisten vom Flossenschwimmen eher weniger. Andere Länder machen uns das mit der professionellen Unterstützung der visuellen Medien vor und die Mißstände bei uns sind bekannt. Aber es fehlt an ernsthaften Bemühungen, das zu ändern. Sowas geht bekanntlich nur von oben, also leitungsseitig. Der „kleine Mitarbeiter, Funktionär oder Sportler“ kann es nur ansprechen, Vorschläge machen, Wege aufzeigen. Ändern müssen es schon diejenigen, die dafür gewählt wurden und eigentlich auch kompetent dazu sind.

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