FOTO HANDY

Olympus‘ Amphibienkamera TG-4 in der Praxis

Handy, handlich, das ist die TG-4 aus dem Olympus-Programm. Eine Urlaubskamera mit Tiefgang. Druckfest, bruchsicher und natürlich wasserdicht. Daneben ist die Kleine frostsicher bis minus zehn Grad, also ohne wenn und aber „eistauchlich“.


Die TG-4 gilt im Olympus-Programm als Urlaubskamera mit Tiefgang. Druckfest bis 15 m Tiefe, fallsicher noch aus 2,1 m Höhe, bruchsicher – auch wenn ein Kerl mit 100 kg versehentlich oder absichtlich drauf tritt. Daneben ist sie frostsicher bis minus 10°C – also ohne Wenn und Aber eistauchgeeignet. So zieht die TG-4 ihre Spuren ins tägliche Leben wie ein marodierender Dschungelkämpfer. Nicht umzubringen! Und genau das war die Absicht der Entwickler.


 

 


Technische Angaben

Der 1/ 2,3-Zoll Bildsensor mit seinem Seitenverhältnis von 4:3 beherbergt erstaunliche 16 Megapixel. Zur Ausstattung gehört auch ein gut funktionierender Bildstabilisator. Die Auslöseverzögerung liegt mit knapp 0,2 s im lobenswerten Bereich. Da kann selbst manche Systemkamera nicht mithalten. Technik affine Besitzer können sich mit WiFi und im GPS austoben. Mit einem separaten Videoknopf (rot gekennzeichnet) startet man Full-HD mit 30 B/s. Panoramaaufnahmen sind ebenso möglich wie ein Mikroskop-Modus mit Fokus-Tracking. Für anspruchsvolle Bildgestaltungen (Drittel-Regel, Goldener Schnitt) lassen sich Gitterlinien und das Histogramm einblenden.   

Anwählbar sind am Haupt-Modusrad Zeit- und Programmautomatik, ebenso die i-Auto-Funktion, die selbsttätig das entsprechende Szene-Programm anwählt. Art-Effektfilter lassen Spielraum für kreative und auch überflüssige Fotospielchen. An Schnittstellen sind USB 2,0 und microHDMI vorhanden. 

Empfindlichkeitseinstellungen können manuell zwischen ISO 100 und ISO 6400 eigegeben werden. Den Weißabgleich lassen Sie am Besten auf WB-Auto stehen. Die Option RAW generiert bei UW-Bildern sichtbaren Qualitätszuwachs.

 

Naheinstellung und Schärfentiefe sind beeindruckend und das bei erstaunlich guter Abbildungsqualität. Der AF zieht schnell in die Schärfe und ist bemerkenswert standfest


Accessoires

Keine andere Outdoor-Kamera bietet eine große Auswahl an Ausbaumöglichkeiten wie die TG-4. Am Objektiv der Kamera muss man zuerst den Objektiv-Schutzring abdrehen. In der freiliegenden Bajonett-Nut wird dann der Adapter CLA-T01 (28 Euro) befestigt, in den die Vorsätze montiert werden. Diese sind wie die Kamera selbst druckfest bis 15 m Wassertiefe.  

Besonders zu empfehlen ist hier der Fisheye-Konverter FCON-T01 (135 Euro) mit 130°-Bildwinkel, der für fulminante Weitwinkelbilder steht. Wenn Sie mit dem FCON-T01 ohne UW-Gehäuse arbeiten, macht es Sinn, die Bilder ohne Blitz im Flachwasser eines sonnendurchfluteten Riffs zu machen. Oder den Vorsatz mit einer breit streuenden LED-Leuchte zu unterstützen. Fischschwärme, Kinder im Pool, Korallenlandschaften und größere Schwämme sind die bevorzugten Motive 

Im Weiterenofferiert Olympus den Telekonverter TCON-T01 (135 Euro),der eine erweiterte Motivdistanz ermöglicht und somit dem Kamerablitz wieder zu einer vernünftigen Reputation verhilft, denn das Bildfeld des Telekonverters kann sehr passabel ausgeleuchtet werden.  

Scheue Fische sind auf einmal kein Problem mehr. Lassen Sie sich aber nicht dazu verleiten, mit dem Telekonverter die Motive aus großer Entfernung anzupeilen und heran zu zoomen. Das Resultat wären milchige, trübe und farblose Bilder. Außerdem: Der Kamerablitz ist bei spätestens 60 cm Motiventfernung am Ende seiner Kraft.

 

Mit dem Weitwinkelkonverter sind gute Randschärfen zu erwarten. Im Speichermodus RAW generiert man hochwertige Bilder, die weit über dem Niveau einer Actioncam liegen.


Wenn’s tiefer gehen soll

Wem die 15 m Tiefe der nackten Kamera zu wenig sind, der kann die nutzbare Tauchtiefe mit dem Erwerb des UW-Gehäuses PT-056 (270 Euro) bis auf 45 m ausbauen. Die größeren Druckknöpfe erleichtern insbesondere das Fotografieren und die Haptik bei der Bildgestaltung – auch mit Trockentauchhandschuhen.   

Wer den externen Amphibienblitz UFL-3 (499 Euro) an der TG-4 einsetzen will, kommt am PT-056 nicht vorbei. Das externe Blitzgerät macht aus der TG-4 eine fulminante Fotogerätschaft, zumal man im 67 mm Portgewinde die Nahlinse (PTMC-01=299 Euro) und den Weitwinkelkonverter (PTWC-01=699 Euro) montieren kann. 

Fazit

Outdoor- und Abenteuerkameras liegen im Trend. Die TG-4 ist eine „Überall-Dabei-Kamera“, die nichts schreckt. Gegenüber anderen Abenteuerkameras hat die TG-4 den Vorteil exzessiver Ausbaufähigkeit. Da kann keine andere Kompaktkamera mithalten. Sie ist also nicht nur eine äußerst robuste Kamera für Schnorchler, sondern auch in der Hand von echten Tauchern eine empfehlenswerte Option für Hobbyfotografen und Filmer, zumal auch Zeitlupenaufnahmen gemacht werden können.  

Christin Müller & Herbert Frei im Dienste der Wissenschaft
Die kleine Kompakt-Outdoorkamera Tough TG-4 aus dem Hause Olympus ist ein idealer Gefährte für hervorragende Fotos über und unter Wasser! Die gemachten Aufnahmen lassen viele Taucher staunen! Sie zeichnen sich durch eine hohe Brillanz und Schärfe aus, vor allem bei den Makroaufnahmen! Mit genügend Licht und einer ruhigen Hand lassen sich selbst mikroskopisch kleine Moostierchen gestochen scharf abbilden. Man kann zwischen unterschiedlichen Unterwasser-Modi wählen. Dadurch erfolgt eine gewisse Farbkorrektur. Fortgeschrittene Fotografen können auch im RAW-Format arbeiten. Obwohl die Kamera ohne Gehäuse bis zu 15 Metern wasserdicht ist, würde ich trotzdem das Gehäuse empfehlen. Es bietet mehr Schutz, man kann tiefer abtauchen und die Bedienbarkeit ist, vor allem wenn man dicke Handschuhe trägt, besser. Optimal:Leckagen am
UW-Gehäuse sind nicht tragisch. Die Kamera selbst ist ja wasserdicht.

 


Unser Autor:
Herbert Frei 

Unser Praxistest wurde mit Leihgaben der Firma Olympus unterstützt!

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