ZEIT MESSER

Für viele sind Uhren und Messer Relikte aus der Taucherischen Urzeit. Für Kenner sind sie Sammelwürdige Werkzeuge mit EssenZieller Funktion 


Obwohl sie in der Praxis heute längst von multifunktionalen Tauchcomputern und kompakten Klingen abgelöst sind, üben große Taucheruhren mit Gehäuse-Durchmessern über 47 Millimetern und noch größere Messer auf viele einen ganz besonderen Reiz aus und sind inzwischen begehrte Sammlerstücke und Statussymbole.
Die großen Messer und die mechanischen Uhren haben viele Gemeinsamkeiten: Sie sind unhandlich, ziemlich unbequem und pflegeintensiv. Beim Sammeln gibt es aber einen nicht ganz unwesentlichen Unterschied: Für die aktuellen Neuauflagen der Uhren werden Beträge im Kleinwagen-Bereich aufgerufen und für den geforderten Preis jahrzehntealter Originalstücke könnte man auch mal ein Jahr an den schönsten Tauchplätzen der Welt verbringen. Die meisten Messer dagegen sind für kleines Geld auf Online-Portalen oder – mit etwas Glück – für wenige Euro auf dem Flohmarkt um die Ecke zu bekommen.
Aber was ist sammelwürdig? Bei den Uhren gilt glasklar: entweder limitiert oder mit großer Historie oder im Idealfall natürlich beides. Je größer die Geschichte (und Geschichten) hinter der Uhr und je seltener, desto besser. Sei es James Bonds Rolex (oder Seiko, oder Omega…) oder ein Modell aus Cousteaus Chrono-Kollektion (in JYC Filmen war so ziemlich jede namhafte Taucheruhr zu sehen).
Bei den Messern dagegen ist die Sammelwürdigkeit meist subjektiv: Haben Helmtaucher- und Militärmesser noch einen historischen Hintergrund, ist die Einschätzung bei den Gebrauchs-Tauchermessern schwierig. Hier wird schlicht das gesammelt, was gefällt.
Und warum sammelt man solche Sachen? Für Monster-Messer wie für urtümliche Uhren gilt: man braucht sie nicht wirklich aber man will sie einfach haben, denn sie sind nicht nur groß, sondern wirklich großartig.



Wasserdicht oder nicht?
Gesammelt werden meist mechanische Uhren. Die Unabhängigkeit vom Batteriewechsel hat aber einen entscheidenden Nachteil: Automatikuhren sehen den Uhrmacher eher selten und die wenigsten Träger wissen, dass die Taucheruhren DIN-Norm eine jährliche Druckprüfung vorsieht. Ohne Test ist nicht gewährleistet, dass die Uhr die angegebene Dichtheit besitzt, denn diese ist nur eine Momentaufnahme zum Prüfungszeitpunkt. Durch Alterung können die Dichtungen spröde werden. Verantwortlich dafür sind zum Beispiel Salzwasser, Fett (Sonnencreme) und Temperaturschwankungen. Wer gebraucht kauft, sollte auf einen aktuellen Drucktest bestehen – ganz besonders dann, wenn die Uhr auch im Wasser ihre Funktion erfüllen soll.


Recht und Gesetz
Sind große Tauchermesser in Deutschland erlaubt? Die Antwort ist ein klares „Ja – aber…“ Denn Paragraf 42a des Waffengesetzes schränkt das Führen von feststehenden Messern mit einer Klingenlänge von mehr als zwölf Zentimetern ein. Das Führen ist erlaubt: 1. bei Verwendung bei Foto-, Film- oder Fernsehaufnahmen oder Theateraufführungen; 2. Beim Transport in einem verschlossenen Behältnis und 3. sofern für das Führen ein berechtigtes Interesse vorliegt. Als berechtigtes Interesse gilt ausdrücklich auch der Sport. Aber Achtung! Das gilt nur während der Sportausübung,  nicht aber auf dem Weg im Auto dorthin oder beim Dekobier in der Kneipe. Dort muss das Messer nicht zugriffsbereit in einem verschlossenen(!) Behältnis verstaut sein.




Sammler Portrait
Jörg Neisser
Eigentlich ist D‘s und das ja meine Seite. Als leidenschaftlicher Sammler von Taucheruhren und als Journalist trifft man aber immer wieder auf Gleichgesinnte. Einer davon ist Jörg Neisser, den ich für diese Ausgabe und auch in Zukunft immer wieder gern einlade, auf „meiner“ Seite über unser gemeinsames Hobby zu schreiben. Zusammen mit Jörg habe ich 15 Jahre lang die unterwasser mit spannenden Inhalten gefüllt. Wir waren gemeinsam Tauchen und auf Uhrenbörsen, haben über Messer gefachsimpelt und sogar zusammen mit der Uhrenindustrie einzigartige unterwasser-Uhren-Unikate geschaffen.  Warum sollten wir uns jetzt nicht auch mal an eine sporttaucher-Uhr wagen? Mehr dazu in den nächsten Ausgaben.
Dietmar »D« W. Fuchs
Oder auf dem sporttaucher-Stammtisch am xx. Mai in Heroldsberg?







Unser Autor:
Jörg Neisser
Journalist & Outdoor-Profi




Weitere Infos:www.outdoorundmeer.com


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