SPORTJAHR 2021

Die World Games werden verschoben, internationale Wettkämpfe serienweise abgesagt oder vertagt – die Pandemie hat uns voll im Griff.


Im März 2020 konkurrieren noch die Sprintstaffel-Tsunamis unserer Finswimmer mit der ersten COVID-19-Welle beim Länderpokal in Brandenburg. Der Beginn 2021 hingegen fällt zusammen mit der massiven dritten Corona-Welle, die keine Konkurrenz im Schwimmbecken mehr duldet. Hart trifft es die Jüngeren, für die der Verlust einer sportlichen Standortbestimmung innerhalb des Zeitfensters, das die Altersklasse bietet, besonders schwer wiegt. Der Verband steuert gegen und stockt die Budgets für 2021 um einen „Corona-Überhang“ aus 2020 auf. Allerdings spielt COVID noch nicht mit; daher sind auch für den 2022er Etat die Messen noch nicht gesungen. Die Jahreswende bringt aber mit der Impfkampagne auch Bewegung. Training für Kader-Athleten wird möglich und mit DOSB-Unterstützung genutzt – ein Nebenprodukt guter Kooperation, die auch mit der Bundeswehr gepflegt wird: uns werden wieder sieben (!) Stellen in der Sportfördergruppe zur Verfügung gestellt, in früheren Zeiten waren es vier. Verantwortlichkeiten beim Verband sind aber nicht vom Tisch. Der Vorstand hat das Problem laufender Risikoabwägung, während das Virus sich fit und fitter mutiert. Fehlentscheidungen und überraschende Wendungen sind international zu beobachten – eine fragile Lage also. Michael Osterholm, einer der führenden Epidemiologen, konstatiert schlicht und ehrlich: Wir haben die Dynamik von Pandemien noch nicht verstanden. In der Fachliteratur gewinnen aber „long COVID“ und „return to play“ an Gewicht, so dass zumindest ein fundierteres Wissen über die Gefährdungssituation für Leistungssportler entsteht. Der Fachbereich Medizin erarbeitet die benötigten Konzepte gemeinsam mit dem Sport und aktualisiert sie laufend, ohne in Aktionismus zu verfallen. Damit bekommen Vorstand und Fachbereiche solide Entscheidungsgrundlagen an die Hand, wofür wir sehr dankbar sind. Der große Bedarf an Normalität steht in schwierigem Verhältnis zu notwendiger Besonnenheit und Respekt vor dem Geschehen. Während bei den Mannschaftssportarten international noch gar nichts läuft, beim Orientierungstauchen der am Störitzsee geplante Europacup abgesagt werden muss und auch Finswimming-Weltcups (darunter der in Leipzig) entfallen oder in den Herbst verschoben werden, packen die Italiener den Stier bei den Hörnern und erkunden in Lignano di Sabbadioro ein Hygiene-Konzept, das sich diesmal als tragfähig erweist. Die Erfahrung dieses „Experiments“ geht in ein Pilot-Projekt ein, das es einem kleinen Jugend-Team ermöglicht, in ärztlicher Begleitung im Juni zu den Finswimming-Weltmeisterschaften am selben Ort zu fahren. Bei den Erwachsenen finden diese Meisterschaften, die auch über die Nominierung zu den World Games entscheiden, in Tomsk statt – im „Virusvarianten-Gebiet“ Russland. Eigentlich heißt das: „No Go!“, aber die Politik reagiert pro Olympia mit Ausnahme-Ausnahme-Regeln unter strengsten Hygiene-Auflagen. So kann der VDST erwachsene Teilnehmer melden – unter der Bedingung, Risiken und Folgekosten zu tragen (um nicht schlimmstenfalls die Insolvenz des Verbandes zu riskieren). Eine Erklärung unseres Versicherers entspannt die unschöne Situation erst kurz vor der Abreise. Die Mannschaft kehrt wohlbehalten und mit Medaillen veredelt zurück, die World-Games Nominierung ist für acht Athleten perfekt. Große Freude und Erleichterung. Auch die Orientierungstaucher freuen sich über den Auftritt ihres verjüngten Teams bei den Europameisterschaften in Viljandi (Estland). Sport im Freien hat in Pandemiezeiten was für sich – aber halt seine Herausforderungen. Dass unter widrigen Bedingungen reiche Wettkampferfahrung zählt, beweist der Spartenleiter. Er geht nach dessen Unfall im Trainingslager für Daniel Sonnekalb an den Start – und fischt zu guter Letzt das noch fehlende Gold aus dem windbewegten See. Respekt! Und gute Besserung, „Sonne“!Unser Dank geht an Heike Gatermann, Fachbereichsleiterin Medizin, an Christoph Haufe als Mannschaftsarzt-Volontär für die Jugend, an alle Heimtrainer, die klaren Kopf bewahren und das Mögliche aus der Lage herausholen, an Vereine,  Landesverbände und Spartenleitungen, die nicht zulassen, dass sich Mehltau über den VDST-Leistungssport legt, an alle Athleten, die Mühen und ggf. Mehrkosten nicht scheuen, Besonnenheit zeigen und auch damit ein insgesamt erfolgreiches Wettkampfjahr 2 der COVID-Zeit gestalten. Es möge besser enden als es begann … toi, toi, toi! 

Finswimming Weltmeisterschaften 2021 Tomsk, Russland
3x Gold, 2x Silber, 2x Bronze
800 m FS Gold Johanna Schikora
1500 m FS Gold Johanna Schikora (Deutscher Rekord), 
Bronze Elena Poschart       
100 m FS Gold Max Poschart
50 m FS Silber Max Poschart
4x 100 m FS Silber Herren (Max Poschart, Robert
Golenia, Sidney Zeuner, Justus Mörstedt)
4x 200 m FS Bronze Herren (dto.)
Qualifikation für die World Games 2022
Johanna Schikora, Elena Poschart, Michèle Rütze, Lisa Dethloff, Max Poschart, Robert Golenia, Sidney Zeuner, Justus Mörstedt
tsa-sterkrade.de/uw-rugby /jugend@tsa-sterkrade.de



Unsere Autorin:
Antje Franke
Fachbereichsleitung Leistungssport





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